„Was macht man acht Stunden in einem Büro?“ Neben den Herausforderungen, die ein Start in einem Konzern wie TÜV Rheinland mit sich bringt, war das die Frage, die mich vor sieben Jahren als Unternehmens-Newcomer am meisten beschäftigte. Warum das?

Flexible Tätigkeit und selbstständige Arbeit

Meine Erwerbsbiografie ist geprägt von der flexiblen Tätigkeit in Projekten und eigenverantwortlicher, selbstständiger Arbeit bei Kunden. Die letzten Jahre vor Eintritt in die Firma war ich freiberuflich tätig, das Arbeiten an unterschiedlichsten Orten, darunter natürlich auch im Büro, meine permanente Realität. Als Mutter von zwei Kindern praktizierte ich bereits Mitte der 90er Jahre mobiles Arbeiten am Rande des Spielplatzes. Wenn es damals doch schon Tablets oder Smartphones gegeben hätte, ich wäre begeistert gewesen! Eine Vollzeit-Tätigkeit im immer gleichen Büro ohne Unterbrechung – für mich war das erst mal merkwürdig.

Kreative Pausen machen den Kopf frei

Trotzdem sind im Berufsalltag die meisten Menschen überzeugt, dass Performance am ehesten am Schreibtisch, vorm Computer sichergestellt werden kann, möglichst ohne Ablenkung und längere Pausen. Sicher, reine Datenverarbeitung kann so funktionieren, aber welche Jobs und welche Tätigkeiten werden in der digitalen und agilen Zukunft noch reines Abarbeiten von Informationen sein? Selbständig, eigenverantwortlich und flexibel – so propagiert sich New Work. Und genau da treten auch die ersten Ungereimtheiten mit der Dauer-Performance am PC auf. Denn ist das der Ort für kreative Ideen? Wer kennt es nicht: Die besten Einfälle für die Problemlösung entstehen unter der Dusche oder beim Joggen im Wald. Pausen geben uns den nötigen Abstand, unser Körper kann entspannen und der Kopf wird plötzlich frei. Eine wichtige Voraussetzung für Kreativität. Mehr starre Arbeitszeit bedeutet daher auch nicht gleichzeitig mehr Produktivität, das zeigen diverse Studien.

Have a Break – Geben Sie den Händen etwas zu tun

Und hier kommt nun endlich meine Waschmaschine ins Spiel. Dass wir außerhalb des Büros, im flexiblen Arbeitsplatz in der Regel durchaus produktiver arbeiten als im Büro, ist – zumindest unter Arbeitswissenschaftlern – unbestritten. Für mich, und da bin ich sicher kein Einzelfall, kommt noch hinzu, dass eine Abwechslung bzw. eine praktische Unterbrechung der Arbeit am Computer immer auch wieder die persönliche Aufmerksamkeit fördert. Das Befüllen der Waschmaschine ist daher ein dankbares Ritual im Rahmen der mobilen Arbeit von zu Hause geworden. Kurz die Kopfarbeit unterbrechen und die Hände beschäftigen. Etwas Abstand und danach mit freiem Kopf wieder zurück an den Laptop. Da können die Gedanken neu fließen und die Kreativität ist wiederhergestellt.

Ist das bei Euch auch so?

Ich für meinen Teil brauche jetzt erst mal einen Break und begebe mich daher in Ermangelung einer Waschmaschine an das Ausräumen der Spülmaschine in unserer Teeküche!

Autor des Beitrags

Sabine Hager

Sabine Hager

Diversity Managerin

Sabine Hager ist Diversity Managerin im Bereich HRD & Diversity bei TÜV Rheinland und überzeugt, dass die Vielfalt der Belegschaft einen wichtigen Beitrag für unternehmerischen Erfolg und die Zufriedenheit der Beschäftigten darstellt. Nur in einer offenen und vorurteilsfreien Unternehmenskultur können alle Mitarbeiter*innen ihr Potenzial voll entfalten. Chancengerechtigkeit – auch in den Führungspositionen der Wirtschaft – liegt ihr ebenso am Herzen wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein Thema, das sie in ihrem neusten Projekt als Oma auch persönlich pushen kann.

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