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Pegida-Faktencheck: Gezählt – und zwar rückwärts

Pegida-Faktencheck: Gezählt – und zwar rückwärts

Die Bertelsmann-Stiftung hat gerade festgestellt: 90 Prozent der bei uns lebenden, streng religiösen Muslime halten die Demokratie für eine gute Regierungsform. Damit dürften wir das generelle Niveau der Einwohner in Deutschland erreichen. Noch spannender demgegenüber: 57 Prozent aller Nichtmuslime in Deutschland halten den Islam für eine Bedrohung. Wörtlich: „In Nordrhein-Westfalen, wo ein Drittel (der Muslime) wohnt, fühlen sich 46 Prozent der Bürger bedroht. In Thüringen und Sachsen, wo kaum Muslime leben, äußern das 70 Prozent.“

Das Statistische Bundesamt hat mal für Deutschland nachgezählt: Es müssen so knapp 81.000.000 Menschen in Deutschland leben, davon derzeit zwischen 4.000.000 und 4.500.000 Muslime. Das sind ganz schön viele (die Betonung liegt auf schön). Immerhin: In Sachsen leben vielleicht rund 5.000 Muslime, das weiß keiner so genau, auch nicht das Innenministerium oder das Statistische Landesamt von Sachsen. Aber dafür wissen die Statistikerinnen und Statistiker dort, dass Sachsen 4.000.000 Einwohner (das waren auch schon einmal mehr …), 100.000 davon sind keine Deutschen, sondern Ausländer. Macht also 2,5 Prozent der Bevölkerung (Bundesschnitt: 8,2 Prozent).

Die größte Gruppe der in Sachsen lebenden Ausländer sind die russischen Staatsbürger (8,4 %, wohl eher nicht so viele Moslems) gefolgt von den Polen (8 %, wohl eher nicht so viele Moslems), Vietnamesen (7,2 %, wohl eher nicht so viele Moslems), Ukrainern (5,8 %, wohl eher nicht so viele Moslems), Chinesen (4,3 %, Moslems?) und Türken (3,7 %, Moslems? Na also!).

Und noch etwas wissen die Zahlenzähler: 31.000 neue Ausländer sind 2013 nach Sachsen gezogen, 21.500 haben das Land verlassen (Aha! Es werden immer mehr!). Aber dieses Zuwanderungssaldo dürfte 2014 negativ ausfallen, dafür werden die „Patrioten“ schon sorgen. Da die Bevölkerungsprognose für Sachsen ohnehin sehr negativ aussieht, könnte sich das Problem Pegida dort somit auch selbst erledigen: 2025 sollen nur noch 3,7 Millionen Sachsen in Sachsen wohnen, 2125 wären es dann nur noch 1,3 Millionen und im Jahr 2175 sollte Sachsen dann endlich leer sein – außer es ziehen noch ein paar Ausländer dahin. Schade wäre es schon, wenn die Semperoper schließen müsste.

Quellen:

www.bertelsmann-stiftung.de

https://tuv.li/spon-pegida

www.destatis.de

www.statistik.sachsen.de


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