Es ist vielleicht drei Jahre her, da ist mir auf dem Parkplatz am Standort Köln ein Kollege begegnet, der auf einem Handkarren einen Stand-PC samt Monitor und Tastatur Richtung Bürokomplex manövrierte. Aha, dachte ich damals, so funktioniert also mobiles Arbeiten bei TÜV Rheinland.

Corona-Pandemie: Crashkurs in Digitalisierung

Eine Pandemie und zwei digitale Galaxien weiter sieht das ortsunabhängige Arbeiten auch bei TÜV Rheinland völlig anders aus. Rund um den Globus haben während der ersten Hochzeiten von COVID 19 viele Beschäftigte mobil von zu Hause aus gearbeitet – und tun dies vielfach immer noch.

Ein guter Grund, sich einmal mehr mit den Erfahrungen und Learnings zu beschäftigten, die wir aus diesem Crashkurs in Digitalisierung für unser Arbeitsumfeld mitnehmen können. Wie soll die Zukunft des mobilen Arbeitens bei TÜV Rheinland aussehen?

Homeoffice: Qualität der Arbeit mindestens genauso gut

Aus dem Bereich Global HR Development & Diversity haben wir von Juli bis August dieses Jahres eine weltweite Befragung gestartet, an der gut 250 Führungskräfte des Konzerns teilnahmen. Eines vorab, die Rückmeldungen aus Greater China bis Nord- und Südamerika zeigen: Konzernweit ticken wir bei TÜV Rheinland ähnlicher als gedacht. Sicher gibt es regionale Unterschiede, auch in Europa, aber das Überraschendste für mich war dann doch, dass wir in vielen zentralen Punkten mobilen Arbeitens einen breiten Konsens haben.

So waren sich 61 Prozent der befragten Manager*innen einig, dass sich die Qualität der Arbeit im Homeoffice nicht verändert hat, 28 Prozent waren sogar der Meinung, sie hätte sich etwas bis erheblich verbessert. Über die Hälfte kann sich für die Zukunft ein Arbeitsmodell vorstellen, bei dem an ein bis zwei Tagen pro Woche mobil, außerhalb des Büros gearbeitet wird. Ein Drittel hält sogar drei Mobil-Tage für machbar. Auch ein DeskSharing, bei dem nicht mehr alle im Team einen zugewiesenen, persönlichen Arbeitsplatz haben, ist immerhin für mehr als 30 Prozent der Befragten ein realistisches Szenario.

%

"die Qualität der Arbeit im Homeoffice hat sich nicht verändert"

%

sagen: "der soziale Austausch fehlt"

Mobile Work – eine Entlastung für Pendler

Bei den positiven Effekten stand der Wegfall der Pendelzeiten in allen Regionen mit an oberster Stelle, dicht gefolgt von der größeren Flexibilität (auch in der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben) und der Erkenntnis, fokussierter zu arbeiten. Und was waren die größten Herausforderungen? Tatsächlich standen hier nicht etwa das fehlende Vertrauen und der gefühlte Kontrollverlust im Vordergrund. 70 Prozent der Führungskräfte gaben jedoch die Rückmeldung, sie hätten Schwierigkeiten, die Stimmung im Team über die Distanz hinweg zu verstehen, 66 Prozent der Befragten fehlte der soziale Austausch mit den Kollegen und Kolleginnen. Auch Videokonferenzen und die virtuelle Kaffeeküche haben halt ihre Grenzen.

Laptop & FlexOffice – willkommen in der mobilen Arbeitswelt

Was nehmen wir mit? Das mobile Arbeiten wird auch in Zukunft aus der Arbeitskultur von TÜV Rheinland nicht mehr wegzudenken sein. Den Testlauf dazu haben wir schon einmal gut bestanden. Jetzt kommt noch der kniffeligere Teil, wenn es darum geht, dies auch in Vereinbarungen und in eine klare Haltung zu übertragen. Der Industrie Service in Deutschland geht da schon mal voran. Dieser Business-Bereich hat als bislang einziger generell vereinbart, bis zum Ende des Jahres alle Stand-PCs gegen Laptops auszutauschen. Außerdem werden in Köln aktuell FlexOffices getestet. Hier können Arbeitsplätze online über eine App gebucht werden, wenn zum Beispiel am Standort Termine anstehen. Die restliche Zeit arbeiten die Teams mobil von zu Hause. Chapeau, das nenn‘ ich mal einen deutlichen Schritt in Richtung digitale Transformation. Gerne mehr davon.

Autorin des Beitrags

SABINE HAGER

SABINE HAGER

HRD & DIVERSITY

Sabine Hager ist Diversity Managerin im Bereich HRD & Diversity bei TÜV Rheinland und überzeugt, dass die Vielfalt der Belegschaft einen wichtigen Beitrag für unternehmerischen Erfolg und die Zufriedenheit der Beschäftigten darstellt. Nur in einer offenen und vorurteilsfreien Unternehmenskultur können alle Mitarbeiter*innen ihr Potenzial voll entfalten. Chancengerechtigkeit – auch in den Führungspositionen der Wirtschaft – liegt ihr ebenso am Herzen wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein Thema, das sie in ihrem neusten Projekt als Oma auch persönlich pushen kann.

Meist gelesene Beiträge

Robotik Zukunft

Sicherheit hat Priorität – drei Robotik-Prognosen 2020

Vom autonomen Fahren bis zu selbstständig agierenden, pandemie-resilienten Robotern: Mit dem Markt für Robotik entwickeln sich auch die Sicherheitsstandards.
Diversity in Unternehmen

20.000 Beschäftigte an 500 Standorten weltweit – #Diversitymatters

Rassismus und Ausgrenzung haben bei TÜV Rheinland keinen Platz. Auf Instagram zeigt der internationale Prüfdienstleister die Vielfalt im Unternehmen.
co2

CO2-Budget: Der Preis bestimmt das Bewusstsein

Was wäre, wenn Unternehmensbereiche neben finanziellen Budgets auch über Klimabudgets verfügten? Ein Vorschlag für alle, die gern entscheiden.

Kommentare

1 Kommentar

  1. Avatar

    Ja die digitale Zukunft ist statt morgen, schon heute da 🙂

    Wichtig wird es sein, ebenfalls Elemente des New Work einzubauen in den Arbeitsalltag. um Mitarbeiter*innen (digital) einzubinden, dass Sie weiterhin motiviert und lösungsorientiert etc arbeiten können. Es gibt ja einige interessante Studien z.B. zu (virtuellen/nicht-virtuellen) Arbeitsweisen & Denkräumen und generell zu gelungendem Kulturwandel in Unternehmen und wie diese bzw. zur gemeinsamen/alleinigen Arbeit/zur Führung gestaltet werden können/kann! Ich hoffe, dies wird eher vorangetrieben, statt sich wie auf – sicherlich im 1. Schritt sehr sinnvollen- Aktionen wie “ich tausche PC gegen Laptop” oder “ich buch mir nen Outlook-Kalender-Termin für mein Büro” ausgeruht wird. Ich kann nur sagen: Haben Sie keine (German) Angst vor weiteren Veränderungen: Richtig angegangen bieten auch diese nächsten Schritte viel Potential und Verbesserungen.

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter

Niemand mag Pop Ups. Aber Sie werden unseren Newsletter mögen

Erhalten Sie regelmäßig Blogartikel zu den Themen Digitalisierung, Modernes Leben, Energie und Technik.