Sie heißen Tarzan, Luna, Wotan oder Alice: Hund und Katze sind unsere liebsten Mitbewohner, wenn es um Haustiere in Deutschland geht. Sie warten auf uns an der Tür und freuen sich, wenn wir von der Arbeit nach Hause kommen. Wir verbringen viel Zeit mit ihnen. Was aber passiert, wenn Kollege Müller beschließt, seinen tierischen Kumpel mit ins Büro zu nehmen? Gründe dafür gibt es viele. Wotan kann und will nicht mehr alleine bleiben. Kann man ja verstehen, oder? Wer von uns Menschen ist schon gerne lange ohne seine Artgenossen. Da ist es nur verständlich, wenn Kollege Hund seinen festen Platz im Büro einnimmt. Oder?

Alle Beteiligten mit einbeziehen

Ganz so einfach ist es nicht. Zunächst einmal wäre zu klären, ob der Chef und die Kollegen mit der Anwesenheit des neuen tierischen Mitarbeiters einverstanden sind. Hat jemand Angst vor Hunden oder Katzen? Passen die Bedingungen am Arbeitsplatz? Sind Tierhaarallergien bekannt? Auf jeden Fall sollte unbedingt die Zustimmung des Vorgesetzten eingeholt werden, bevor Wotan oder Luna ihre Arbeit im Unternehmen aufnehmen. Und auch der Betriebsrat sollte angehört werden, wenn es einen gibt. Sagen Chef und Arbeitnehmer „nein“, muss sich der tierische Kollege daran halten und zu Hause bleiben. Auch die Arbeitsbedingungen sind zu bedenken. Hund oder Katze im Büro mögen angehen. In der Produktion hingegen wird es schwierig, da dort besondere Aspekte des Arbeitsschutzes zu berücksichtigen sind.

Der Blutdruck sinkt, wenn man Tiere streichelt

Nicht jeder ist ein Freund von vierbeinigen Mitstreitern im Büro. Zu haarig, zu aufdringlich, zu geruchsintensiv. Es gibt aber auch Menschen, die schwören auf die entspannende Wirkung des tierischen Kollegen. Wotan zum Beispiel macht es sich gerne am Fenster in der Nähe des Schreibtischs gemütlich, beobachtet das Kommen und Gehen im Büro und dreht ab und zu seine Runde, um zu schauen, ob es auch überall rund läuft. Dabei holt er sich die eine oder andere Streicheleinheit ab. Für Kollege „Mensch“ ist das eine wohltuende Ablenkung im Arbeitsablauf. Studien haben ergeben, dass der Stresslevel und der Blutdruck deutlich sinken, wenn man einen Hund oder eine Katze streichelt. Es werden Glückshormone ausgeschüttet. Zudem ist die Arbeitsatmosphäre mit einem tierischen Kollegen meist entspannter und weniger formal. Man geht im Team lockerer und deutlich freundlicher miteinander um. Das fördert die Motivation des Einzelnen, die Leistungsbereitschaft steigt.

Der begleitende Gesundheitseffekt ist also nicht zu unterschätzen. Denn Kollege Hund muss ab und zu mal raus. Und eine Runde Gassi gehen fördert die Gesundheit zusätzlich. Man verbringt nicht den ganzen Tag sitzend am Schreibtisch, sondern ist gefordert sich zu bewegen. Also warum nicht einfach das Projektgespräch mit dem Kollegen und dem tierischen Begleiter nach draußen an die frische Luft verlegen? Beide Seiten werden es zu schätzen wissen.

Und Kollegin Luna? Sie streicht schnurrend um die Beine, sucht sich ein ruhiges Plätzchen in der Nähe des Computers oder springt der Kollegin auf den Schoß, um es sich dort für eine Weile gemütlich zu machen. Wenn die Arbeit nicht darunter leidet, ist alles in Ordnung. Lenkt der tierische Kollege aber von der Arbeit ab, ist das Projekt zu überdenken.

Tröster in schwierigen Lebenslagen

Auch in schwierigen Lebensphasen haben Tiere eine positive Wirkung auf Menschen. Scheidung, Krankheit, ein Todesfall oder pflegebedürftige Angehörige. All das passiert im Laufe eines Lebens und hat auch meist Auswirkungen auf die Arbeit. Erstaunlicherweise scheinen unsere tierischen Zeitgenossen ein besonderes Gespür dafür zu haben, wenn wir uns in einem emotionalen Ausnahmezustand befinden. Da man in einer solchen Situation ja nicht dauerhaft der Arbeit fernbleiben kann, ist es durchaus hilfreich, wenn ein tierischer Kollege seinen festen Platz im Büro hat. Erst kürzlich berichtete eine Freundin von ihrem Hund, der seine Berufung als Seelentröster gefunden hat. Er unterstützt Menschen in emotional schwierigen Lebensphasen und hat ein Auge darauf, wenn es ihnen schlecht geht. Dann sucht er bewusst deren Nähe, fast so als wolle er sie trösten.

Grundsätzlich können unseren tierischen Kollegen also für eine positive Grundstimmung am Arbeitsplatz sorgen. Dennoch sollte man bei dem Vorhaben die Wünsche der Kollegen berücksichtigen und im Zweifelsfall zu Kompromissen bereit sein. Denn sind alle Seiten zufrieden, profitieren Mensch, Tier und Unternehmen gleichermaßen. Und ein Imagegewinn für das Unternehmen ist so ein pelziger Zeitgenosse allemal!

Autorin des Beitrags

Regine Gralla-Züge

Regine Gralla-Züge

Kommunikationsexpertin

Regine Gralla-Züge ist Marketing- und Kommunikationsexpertin im Head Office Köln. So vielfältig wie ihre Aufgaben und ihre Fachexpertise, sind die Stationen bei TÜV Rheinland – von der internationalen Aus- und Weiterbildung über die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz hin zu Messen & Events. Auch in ihrer knappen Freizeit ist ihr das Thema Gesundheit wichtig, denn ohne Sport geht es nicht. Wenn sie mal nicht auf dem Stepper oder der Vibrationsplatte steht, liest sie gerne Krimis, geht ins Kino bzw. ins Theater oder reist nach Italien, wo ihr Mann derzeit beruflich unterwegs ist. Neben italienischem „Dolce Vita“, guter Küche sowie Kunst & Kultur, schlägt ihr Herz für italienische Schuhe und den Fußballverein S04.

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