Was war das für ein Jahr! Diesen Satz werden Sie in den letzten Tagen bestimmt öfter gehört und vielleicht auch selbst gesagt haben. In jedem Fall ist 2020 ein Jahr, an das wir uns das ganze Leben zurückerinnern werden.

Nicht alles war schlecht im Jahr 2020

Wenn wir zurückblicken auf dieses Jahr, denken wir an die vielen Kranken und Verstorbenen, an die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die privaten Probleme und Hindernisse, all das, was wir schultern und bewältigen mussten. So gesehen sind wir alle verständlicherweise froh, jetzt einen Haken dran machen zu können, auch wenn die Pandemie noch nicht vorüber ist und die langfristigen Folgen kaum abzuschätzen sind. Doch trotz all den negativen Dingen war nicht alles ganz schlecht. Es gab auch ein paar positive Aspekte, die unser Leben durchaus bereichert haben oder auf lange Sicht bereichern werden.

Kultur des Dankens

Lange Zeit konnte man meinen, „Danke“ zu sagen sei ein wenig aus der Mode gekommen. Dieser Trend hat sich in der Pandemie umgekehrt. Ein erfreuliches Phänomen dieser Tage ist, dass wieder häufiger und vor allem bewusster gedankt wird. Und damit meine ich nicht das Klatschen auf dem Balkon, sondern die direkte aufrichtige Formulierung von Dankbarkeit auch für scheinbar selbstverständliche Dinge. Diese Form der Wertschätzung vermittelt mir das Gefühl, dass wir trotz Social Distancing emotional näher zusammenrücken. Das ist etwas, das ich im neuen Jahr nicht missen möchte und auch für mich selbst als Aufgabe formuliert habe. Daher mein Appell an Sie: Wenn Ihnen etwas gefallen hat, dürfen Sie das auch gerne sagen. Jeder und jede freut sich über ein ehrlich gemeintes „Danke schön“. Das kostet nichts und macht beiden Seiten Freude.

Wertigkeiten auf dem Prüfstand

Verzicht und Einschränkungen können auch Gutes bewirken. Wir alle möchten wieder ausgehen, uns mit Freundinnen und Freunden treffen, gemeinsam Fußball gucken und können dies momentan nicht tun. Was soll bitte daran positiv sein? Nun, die Beschränkung unseres Lebens durch Corona führt auch zur Einsicht und zum Bewusstsein, welche Dinge für uns wirklich wichtig sind. Und zwar dadurch, dass wir sie während des Lockdowns nicht haben können (wie den geliebten Restaurantbesuch) – oder aber erst recht die Zeit dafür finden.

Danke schön

Jeder und jede freut sich über ein ehrlich gemeintes „Danke schön“. Das kostet nichts und macht beiden Seiten Freude.

Nur ein simples Beispiel: Neulich hatte ich zu Hause ein wenig Zeit und habe mal wieder meine seit vielen Jahren vernachlässigte Bassgitarre ausgepackt. Ich habe es genossen, so lange und inspiriert darauf zu spielen, bis die Finger weh taten. Das hätte ich normalerweise nicht getan, weil ich einfach nicht die Zeit gehabt hätte. So habe ich gemerkt, wie wichtig mir das Musizieren ist und werde ab sofort wieder mehr Zeit investieren. Die aktuelle Lage hilft uns durchaus, unsere Wertigkeiten zu nivellieren und für die Zukunft neu auszurichten. Und Sie werden mir vielleicht beipflichten, dass man die folgende Frage mittlerweile mühelos beantworten kann: Was ist mir wirklich wichtig?

Jahr 2020 good news

Der neue Pragmatismus

In meinem letzten Beitrag auf diesem Blog habe ich über die Arbeit in der internen Kommunikation geschrieben. Diese Reduktion auf das Notwendige, das Machbare, ist in vielen Bereichen im beruflichen Leben der Schlüssel zum Erfolg. Und das ist etwas, was wir für die Zeit nach der Pandemie mitnehmen. Der Wille, eingefahrene Routinen zu überwinden und alles etwas unkomplizierter, schneller und auch stärker digital zu gestalten, wird uns auch in Zukunft helfen. Es ist immer noch erstaunlich, was alles geht, wenn es gehen muss. Doch woran liegt das? „Wenn wir nicht länger in der Lage sind, eine Situation zu ändern, sind wir gefordert, uns selbst zu ändern“, sagte der österreichische Neurologe und Psychiater Dr. Viktor Emil Frankl. Der Umstand, dass man die Pandemie als Rahmenbedingung einfach akzeptieren muss, führt in vielen Bereichen zu einer erstaunlichen Wandlungsfähigkeit und zu einem neuen Pragmatismus. Nehmen wir also den resultierenden Schwung mit in das neue Jahr.

Den Optimismus bewahren

Dies sind meine Top-3-Einsichten, die ich dankbar mit aus dem Jahr 2020 nehme, auch wenn ich froh bin, mit dem Jahreswechsel den symbolischen Haken zu setzen und nun das Jahr 2021 begrüßen zu können. Ich möchte mit einem weiteren Zitat schließen, das Oscar Wilde zugeschrieben wird und das haften geblieben ist: „Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“ In diesem Sinne: Bewahren Sie sich eine positive Grundhaltung, sehen Sie das Glas halb voll und gehen Sie optimistisch ins neue Jahr. Ich freue mich drauf. Bleiben Sie achtsam, bleiben Sie gesund!

Autor des Beitrags

Frank Ehlert

Frank Ehlert

Leiter Interne Kommunikation

Frank Ehlert leitet das Team Interne Kommunikation und Unternehmenspublikationen im Newsroom von TÜV Rheinland. Er hat Betriebswirtschaft studiert und schon in der Studenten-WG viel mit Ingenieuren zu tun gehabt. Dadurch hat er die Fähigkeit entwickelt, komplizierte technische Sachverhalte auch für Normalleser auf den Punkt zu bringen. Gleichzeitig ist er ein kreativer Kopf und Querdenker. Frank Ehlert lebt mit seiner Familie seit vielen Jahren in Köln. Er ist effzeh-Fan, spielt Gitarre in einer Rockband und dreht dabei gerne mal alle Regler auf elf.

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