Müssen Social-Media-Profis auch privat ständig online sein? Im Selbstversuch wird deutlich: Vier Wochen Instagram-Abstinenz führen nicht gleich zum Verlust aller Follower – und können den Kopf ganz schön frei machen für neue Ideen.

Strategien gegen Corona-Langeweile

Seit uns Corona beschäftigt und wir uns im Lockdown befinden, bin ich gefühlt 24/7 auf Social Media unterwegs. Zugegebenermaßen bin ich quasi sowieso dauer-online, einfach weil mein Job als Social Media Managerin bei TÜV Rheinland das mit sich bringt.

Mein gesunder Menschenverstand würde mir deshalb nun eigentlich raten, meine Freizeit nicht auch noch im Netz zu verbringen. Ganz ehrlich? Im Moment schaffe ich das mangels alternativer Freizeitaktivitäten nicht so wirklich. Im vergangenen Jahr habe ich ca. 25 Bücher gelesen, Spotify sagt mir, dass ich 9.891 Minuten Podcasts gehört habe – und so langsam vergeht mir auch die Lust an Netflix und Co. Ich gebe es zu: Ich langweile mich gerade sehr.

Vier Wochen Pause – einfach so

Das Problem am Dauer-online-sein: Es gibt eigentlich nichts Neues in diesen Zeiten. Bei niemandem. Also auch nicht auf Social Media. Und das langweilt mich dann wiederum. Also habe ich im Dezember einfach mal eine vierwöchige Social-Media-Pause auf meinem Instagram-Account eingelegt. Und zwar entgegen aller Branchen-Empfehlungen: Du kannst keine Pause auf Instagram machen, heißt es da. Du musst 30 Minuten vor und nach einem Posting aktiv sein, usw. – Sonst bestraft dich der Algorithmus!

 

Ich hab trotzdem einfach genau das gemacht: eine Pause.

Vier Wochen lang keine Inhalte. Abgesehen von einem Ankündigungsposting, dass es diese Pause geben wird und zwei Stories.

Das habe ich stattdessen gemacht:

  • Ich habe mich gefragt, welche Personen und Accounts ich vermisse.
  • Ich habe alle Accounts entfernt, die mich nerven.
  • Ich habe mich nicht mehr mit anderen verglichen.
  • Ich habe frische Luft an meinen Kopf gelassen.
  • Ich habe neue Energie getankt.
  • Ich habe mich gefragt, wo meine Reise 2021 hingehen soll.
  • Ich habe neue Ideen entwickelt, was ich posten könnte.

Das waren meine Learnings:

  • Eine Pause tut gut.
  • Ich habe nur 20 Follower verloren (was bei den täglichen Schwankungen normal ist).
  • Logischerweise sind meine Interaktionsrate und meine Reichweite eingebrochen, weil ich ja auch keine neuen Inhalte geteilt habe.
  • TROTZDEM haben Menschen den Weg auf mein Profil gefunden – und das ist das Wichtigste.

Woher ich das alles weiß? Die Instagram Analytics bekommen nur Nutzerinnen und Nutzer mit Business-Profilen angezeigt. Private Accounts können nur diese Zahlen sehen: Zahl der Abonnenten, Zahl der Interaktionen wie Likes und Kommentare oder wer die Story angeschaut hat. Aber: Schon ein privater Account zum Thema Streetart z.B. kann einen Business Account nutzen.

Worauf es ankommt

Die Pause war zahlenmäßig also gar nicht schlimm. Ich habe mich selbst dann länger hinterfragt. Was sind eigentlich die Dinge, auf die es mir in den letzten Monaten auf Social Media angekommen ist? Also mir als Mensch. Die Erkenntnisse, die ich gewonnen habe, möchte ich nächste Woche mit Ihnen teilen.

Autorin des Beitrags

Viktoria Kux

Viktoria Kux

Social Media Manager

Viktoria Kux arbeitet bei TÜV Rheinland als Social Media Manager innerhalb des Newsrooms. Egal ob ein neues Foto für Instagram oder ein Video für YouTube produziert werden muss, in ihrem Arbeitsalltag dreht sich alles um soziale Netzwerke. Auch privat bloggt sie gerne – über die schönsten Ausflugstipps zwischen Koblenz und Köln, Reisen in die weite Welt oder leckere Rezepte zum Nachkochen. Deswegen ist sie nach der Arbeit immer auf der Suche nach schönen Fleckchen Erde und neuen Rezepten – natürlich mit der Kamera im Gepäck.

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Kommentare

2 Kommentare

  1. Avatar

    Danke, das hat mir geholfen. Jetzt kann ich mich auch wieder mehr auf meine Arbeit im Prüfwesen konzentrieren.

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  2. Avatar

    Toller Beitrag!

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