Eine Lehre aus der Corona-Pandemie lautet: Innovative Organisationen bewältigen Krisen besser. Aber was machen sie anders? Und wie können Unternehmen der Notwendigkeit zur Innovation entsprechen? TÜV Rheinland Academy & Life Care hat mit dem „Innovation Hub“ sein Innovationsmanagement ins Business integriert.

Neue Lösungen schnell identifizieren und adaptieren

Innovation leitet sich aus dem lateinischen „innovare“ ab und heißt erneuern. Im heutigen Sprachgebrauch bedeutet es die geplante und kontrollierte Steuerung von Veränderungsprozessen. Ziel ist es, auf plötzliche Ereignisse und geänderte Marktbedingungen vorbereitet zu sein, statt daran zu scheitern.

Die Pandemie war und ist so ein plötzliches Ereignis mit geänderten Marktbedingungen. Sie hat gezeigt: Nur Organisationen, die fähig sind, voneinander zu lernen, sich intern und extern zu vernetzen, neue Lösungen schnell zu identifizieren und zu adaptieren, werden weiterhin erfolgreich sein.

Wie ist TÜV Rheinland mit der Situation umgegangen – zum Beispiel der Geschäftsbereich Academy & Life Care? Als Kompetenzpartner für berufliche Bildung, betriebliche Weiterbildung und arbeitsmedizinische Dienste mussten wir den Betrieb einiger Trainingscenter von heute auf morgen einschränken, viele unserer persönlich erbrachten Beratungsangebote vorläufig einstellen. Glücklicherweise ist der Begriff Innovation in unserem Geschäftsbereich kein Fremdwort, sondern seit Jahren fester Bestandteil der laufenden Arbeit.

Virtual Classrooms sichern den Lehrbetrieb der Trainingscenter

Die Kolleg*innen aus den Bereichen berufliche Ausbildung und betriebliche Weiterbildung befassen sich – mit Unterstützung des Innovation Hub – laufend mit neuen technischen, methodischen und didaktischen Ansätzen, um ihren Kundinnen und Kunden stets ein möglichst nachhaltiges und faszinierendes Erlebnis für ihre technische Qualifikation zu bieten. Als die Trainingscenter im März 2020 Corona-bedingt ihren Betrieb einschränken mussten, war die Umstellung von Präsenztrainings auf virtuelle Klassenzimmer schon vier Wochen später Realität. Unser Vorteil: Wir hatten bereits zuvor Erfahrungen mit Digital- und Blended-Learning gesammelt und einen Prototyp des Virtual Classrooms (VC) entwickelt.

Selbstverständlich vertraulich: die digitale Videosprechstunde

Ähnlich schnell verlief die Umstellung im Bereich Arbeitsmedizin. Für vertrauliche Beratungen, die vor Corona immer vor Ort durchgeführt wurden, bieten unsere Expert*innen für Arbeitsmedizin seit August 2020 eine digitale Videosprechstunde an. Unternehmen und Mitarbeitende erhalten also weiterhin eine kompetente arbeitsmedizinische Beratung zu unterschiedlichsten Themen vom Arbeits- und Gesundheitsschutz bis hin zum betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM).

 

Die Resonanz auf die neuen Kanäle und die Fortführung der Angebote mit „neuen Mitteln“ kommt im Markt gut an.

 

Die Kommunikation erfolgt über verschlüsselte und datenschutzkonforme Verbindungen und ist damit so vertraulich wie eine Face-2-Face-Sitzung vor Ort. Beide Angebote werden stark nachgefragt, die Resonanz auf die neuen Kanäle und die Fortführung der Angebote mit „neuen Mitteln“ kommt im Markt gut an.

Innovationsmanagement braucht ein agiles Mindset

Dass sowohl die virtuellen Klassenzimmer als auch die Videosprechstunde so schnell und vor allem erfolgreich in neue Geschäftsmodelle überführt werden konnten, lag an der rechtzeitigen und systematischen Vorbereitung der Fachbereiche sowie der Begleitung durch unser Team im Innovation Hub. Natürlich liest sich das im Nachhinein einfacher, als es ist.

Innovationsmanagement ist harte Arbeit und stellt große Anforderungen an Organisationen und ihre Beschäftigten. Menschen, die in Innovationsprojekten erfolgreich mitarbeiten wollen, brauchen neben ihrer fachlichen Expertise dafür keine besondere Qualifikation, sondern vor allem ein agiles Mindset. Sie müssen aufgeschlossen sein für Veränderungen. Sie müssen mit internen und externen Partner*innen kooperieren. Sie brauchen eine Portion Neugier und die Bereitschaft für agile und inkrementelle Entwicklungsschritte, sie sollten Teamplayer sein.

Und weil eben auch im Prozess Fehler gemacht werden (müssen), braucht es eine Fehlerkultur. Innovationsmanager*innen (und ihre Chefs und Chefinnen!) dürfen Fehler nicht brandmarken, sondern müssen vielmehr eine Kultur schaffen, in der Fehler erlaubt sind, damit die richtige Lösung überhaupt gefunden werden kann. Fehler sind dazu da, um daraus zu lernen. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, entstehen auch spannende Innovationen, ohne die kein Unternehmen dauerhaft erfolgreich sein kann. Im Gegenteil: Innovationsfähigkeit ist, wie die Pandemie gezeigt hat, essenziell für neue Geschäftsmodelle – und damit für eine erfolgreiche Zukunft.

Mehr Informationen:

Hier finden Sie weitere Informationen über Virtual Classrooms und die Videosprechstunde von TÜV Rheinland Academy & Life Care.

Autor des Beitrags

Phillip Meyers

Phillip Meyers

HEAD OF INNOVATION ACADEMY & LIFE CARE

Phillip Meyers leitet das Innovationsteam des Geschäftsbereichs Academy & Life Care und ist zudem im internationalen Management der TÜV Rheinland Akademie tätig. Einen Konzern mit viel Historie, wie den TÜV Rheinland, weiter zu internationalisieren und dabei innovative Wege zu gehen reizt ihn jeden Tag aufs Neue. Die vielen Kontakte die er über die Jahre zu den globalen Kollegen aufgebaut hat sind für ihn dabei die Basis diese großen Potentiale zu heben. Seine Freizeit genießt er am liebsten mit seiner Familie und Freunden in seiner Heimat, dem Rheinland.

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Kommentare

2 Kommentare

  1. Christoph Zelke

    Interessante Projekte und gute Beispiele für die hohe Anpassungsfähigkeit des TR auch an globale Krisen. FTW!

    Antworten
  2. alex nemer

    nice!

    Antworten

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