So viel Umbruch und Stillstand zugleich. Irgendwie ist es das, was die Situation für viele gerade beschreibt. Wenn ich zurzeit gefragt werde, wie es mir geht – ja, diese Floskel –, antworte ich nicht mehr „Gut, und dir?“ Ich sage: „Durchwachsen. Mal gut, mal schlecht.“ Das ist ehrlicher und authentischer in einer Zeit, in der es niemandem nur gut geht. Vielleicht den Streaminganbietern und großen Versandhändlern. Aber das ist eine andere Story …

Müde, wütend – und dankbar

Während überall einerseits Umbruch herrscht – mal privat, mal im Job, mal in der Politik – steht andererseits vieles still. „Mütend“, wird uns jetzt gesagt, das ist es, was wir fühlen: müde und wütend zugleich.

Aber was ich auch bin: Dankbar. Dankbar für meine Familie und besonders meine Nichte und meinen Neffen, die mir zeigen, dass ganz klitzekleine Kleinigkeiten großartig sein können: wie zum Beispiel der Sternenaufkleber am Fahrrad oder das Stück Osterkuchen, das im Mund statt auf dem Lätzchen landet.

Dankbar dafür, dass die schwierige Situation uns noch enger zusammengebracht hat. Es ist salonfähig wie nie geworden, einfach häufiger zu telefonieren oder zu texten. Die persönlichen Treffen bleiben ja aus. Dadurch wird die Zeit dazwischen, die es vorher auch schon gab, mit Kontakt gefüllt – digital und dauerhafter.

Dankbar für mein Team hier bei TÜV Rheinland, das empathisch genug ist auch zu merken, wenn Corona und die Umstände an mir als Führungskraft zehren. Und für die Schokolade auf meinem Schreibtisch als Dankeschön. Für aufmunternde Worte, die wir uns gegenseitig gönnen. Und dafür, dass wir uns gemeinsam Raum geben, auch mal mütend zu sein. Und wenn es nur fünf Minuten des Teammeetings sind, tut das gut.

Video-Konferenz

Dankbar für…

Dankbar für meine weiteren Kolleg*innen, die sich zum Zoom-Kaffee mit mir verabreden, eine Friedhofsrunde (die Zentrale in Köln liegt direkt an einem Friedhof) mit mir drehen, wenn ich vor Ort im Büro bin, oder einfach nur mal eine Nachricht per internem Messenger schreiben, wie das Wochenende war. Wir wissen beide, dass vermutlich nicht viel passiert ist außer Spazierengehen und Fahrrad fahren. Dennoch.

Dankbar für den Sprung, den die Digitalisierung auch bei uns in der Unternehmenskultur gemacht hat. Die Infrastruktur war immer da, aber wir haben sie viel zu selten genutzt. Telefon mit Bild ist eben doch persönlicher und vor allem motivierender als ohne.

Dankbar für das Wetter, das endlich wieder besser wird, so dass ich wieder mehr Freund*innen zu Spaziergängen treffen kann – Corona-konform ist wärmer leichter.

Dankbar für meine Yogalehrerin und meine Mityogis, die es aus ihren Wohnungen innerhalb der Videostunde unermüdlich und fast täglich schaffen, das beruhigende und ausgleichende Yoga-Feeling zu kreieren.

Dankbar für meine Freund*innen, die einfach mal ein Paket schicken oder Bärlauch vorbeibringen. Die mit mir spazierengehen und telefonieren und texten und über Serien, Internetaufreger und Dokumentationen diskutieren.

Und dankbar für meinen Mann, mit dem ich den größten Teil der Pandemiezeit zu zweit verbracht habe, und dafür, dass wir uns nie nerven.

You all rock – danke!

Was hat das alles hier im Blog zu suchen? Ich finde, ganz viel. Denn wir alle sind Kolleg*innen, Freund*innen, Partner*innen, Töchter, Söhne, oder auch Eltern. Sucht das, wofür ihr dankbar seid. Und wenn es nur über einen Tag mehr in dieser Krise hinweghilft. Das lohnt sich.

Dankbarkeit

Was mir persönlich hilft:

Ich weiß, der Pfad der Dankbarkeit ist sehr ausgetreten und auch, immer wieder dazu aufzurufen, den Blick in der Krise auch auf die guten Seiten zu lenken. Aber ich mache es dennoch. Das hilft mir persönlich nämlich, die letzten Kilometer des berühmten Corona-Marathons zu überstehen. Wir haben alle Durst und die Beine schmerzen, aber wir schaffen das.

Und am Ende sind wir dankbar für die Dinge, die jede*r Einzelne für sich mitgenommen hat – und damit meine ich nicht die große Maskensammlung, die bei vielen an der Eingangstür hängt.

Aus jedem Ton spricht eine Hoffnung
Transformation aus jedem Klang
Aus jedem Ton, spricht eine Hoffnung
Auf einen Neuanfang

(aus „Hoffnung“ von Tocotronic)

Autorin des Beitrags

Anna Linn Zafiris

Anna Linn Zafiris

Head of Social Media

Wenn sie nicht Bilder von veganem Essen oder Streetart bei Instagram postet, ist sie meist auf einem ihrer Fahrräder, auf Flohmärkten, beim Spazieren durch Köln oder im Yoga-Studio zu finden. Wenn man sie auch dort nicht antrifft, dann ist sie auf Reisen und erkundet Tempel oder Vulkane in fernen Ländern.

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