Gibt es eigentlich etwas Schöneres, als sich über Werbung zu streiten? Da ziehen 20-jährige GNTMler einen Fahrradhelm und darunter eher wenig an, schreiben „Looks like shit but saves my life“ drüber, und schon bedauern kritische Politiker und Bürger öffentlich den Untergang des Abendlandes (Fotos?). Was mich an der folgenden Shitbreeze (sorry, für Storm reicht das nicht) einfach nur nervt: Die Kritiker schließen von sich auf andere und wissen ganz genau, was noch witzig und was schon zotig ist.

Zweiter Gedanke

Fußballerzitate sind meist unfreiwillig komisch, Kaiser Franz hat allerdings eins geprägt, das hier wieder mal gut passt. Er sagte in solchen Fällen stets: „Das ignorier’ ich nicht mal“. Gelassenheit, tief durchatmen, Ommmm, oder wie ich gerne sage, „einfach mal die Klappe halten“. Alles das würde helfen, mit dem Erregungszustand nach der Wahrnehmung von neuer Werbung besser klarzukommen.

toom-Werbung: Prüfer auf die Schippe genommen

Warum schreibe ich eigentlich darüber, noch dazu im Blog von TÜV Rheinland? Könnte mir doch herzlich egal sein, und schließlich leben ganze Unternehmen davon, die Erregungskultur zu füttern. Ganz einfach: Wegen toom Baumarkt und dieser Werbung, die seit einigen Wochen viral geht.

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Der berühmte „Respekt-wer’s-selber-macht-Baumarkt“ macht also Werbung, indem er mit Klischees spielt und – scheinbar oder wirklich – die Prüfer von TÜV Rheinland auf die Schippe nimmt.

Da spielen Prüfer Ringelpietz auf Bürostühlen, um Laminat zu testen, drücken vierzigtausendmal auf denselben Lichtschalter, um seine Haltbarkeit zu prüfen oder versuchen verzweifelt aus einer Duschkabine auszubrechen, um die Druckfestigkeit der Plastikabtrennung zu checken.

Produkt-Tests: Sicher ist besser als unsicher

Witz liegt immer im Auge des Betrachters und Gelassenheit lässt sich schwer lernen, das scheint mir eher angeboren zu sein. Was Helm und Prüfer, GNTM und toom gemeinsam haben, ist jedoch die Botschaft, die dahintersteckt:

Sicher ist besser als unsicher, geprüft ist besser als ungeprüft. Selbst wenn es kacke aussieht oder langweilig erscheint oder andere sich darüber lustig machen. Wer länger lebt, lebt halt länger. Wer sicher unterwegs ist, hat weniger schwere Kopfverletzungen, wer von unseren Prüfern getestete Produkte kauft, praktiziert Nachhaltigkeit und entscheidet sich im Sinne von Umwelt und Sicherheit für das Richtige.

Deshalb:

Durchatmen, ausatmen, gelassen bleiben und der Sicherheit den Vorzug geben. TÜV Rheinland. Genau. Richtig.

Autor des Beitrags

Hartmut Müller-Gerbes

Hartmut Müller-Gerbes

Pressesprecher

Gestartet als Journalist bei RTL, die andere Seite der Kommunikation als Sprecher von Peer Steinbrück gelernt und seit fast einem Jahrzehnt bei TÜV Rheinland als Konzernsprecher. Technik muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. Und nicht alles, was machbar ist, darf auch gemacht werden. Das sind für ihn wichtige Leitgedanken beim Bloggen. Diskutiert wurde bei ihm schon in der Kindheit in der Großfamilie mit acht Kindern und Erwachsenen um den Tisch. Die Wochenenden gehören dem Mountainbike und den Bergen, vom Kölner Umland bis zu den Alpen und Südtirol. Digital bin ich wahrscheinlich ein Spätberufener, vertrete die Generation ab 49, bin also eher nachdenklich und nehme mir länger Zeit, um dann aber weniger zu sagen. Ganz nach dem Motto: „Ich kann über jedes Thema eine Stunde sprechen und wenn ich nachdenke, 10 Minuten.“

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