Aprilscherz in Corona-Zeiten: Dürfen wir das – und wenn ja, wie viel Humor ist erlaubt?

Schon gehört …?

„Die Helmpflicht ist Geschichte. Dafür kommt jetzt die Impfpflicht für Radfahrende: Sie stoßen so viele Aerosole aus, dass nur eine Impfung die Umgebung vor einer Infektion schützen kann, wie das Robert Koch-Institut gemeinsam mit dem ADFC ermittelt hat. Für die Studie nutzten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Schadstoffmessstellen am Straßenrand, nachdem TÜV Rheinland deren Eignung nachgewiesen hatte.

Ergebnis: An manchen Pop-Up-Radwegen war die Viruskonzentration bis zu zehnmal höher als in benachbarten Straßen, in denen der Autoverkehr ungehindert fließen konnte. Denn dort bildeten die vielen von den Dieselfahrzeugen ausgestoßenen Stickoxide eine Art Schutzmantel um die Corona-Viren. „So gesund waren Abgase noch nie“, sagt eine der beteiligten Forscherinnen. Die Studie nutzte nur Daten aus Berlin und Paris, da es der Stadtverwaltung in Köln trotz Corona-Krise nicht gelungen war, mit Pop-Up-Radwegen mehr Platz für den Radverkehr zu schaffen.“

War doch nur ein Scherz …

So ähnlich hätte der Aprilscherz hier im Blog anfangen können. Doch wie viel Humor darf in Corona-Zeiten überhaupt sein? Ist ein Aprilscherz über Impfungen o.k. – oder begibt man sich damit in gefährliche Nähe von Verschwörungstheoretikerinnen und -theoretikern? Und wie viel Spaß versteht die #Fahrrad-Bubble beim Thema #Helmpflicht? Dazu hat sicher jeder und jede von uns seine und ihre eigene Meinung.

Schon gewusst?

Aus medizinischer Sicht aber sind Humor und Lachen vor allem eins: sehr gesund.

Mehr Leichtigkeit und Gelassenheit durch Humor

Das entnehme ich einer Fachinformation unserer hauseigenen Betriebspsychologinnen und -psychologen. Sie schreiben zum Beispiel zur Folge der Wirkungen von Humor: „Wir betrachten Probleme gelassener. Wir empfinden mehr Leichtigkeit – Glücksgefühle werden freigesetzt. Unsere Gesichtszüge und Gedanken lockern sich und wir werden kreativer. Unser Fokus liegt wieder mehr auf unseren Stärken und Einflussmöglichkeiten. Unsere Handlungsfähigkeit wächst und mit ihr unsere Zuversicht.“

Spuren von Sarkasmus enthalten?

Das können wir sicher alle gebrauchen.

Aber aufgepasst:

Unsere Fachleute warnen ausdrücklich vor Wechselwirkungen beim gleichzeitigem Einsatz von Sarkasmus, Zynismus und Schadenfreude. „Diese werden oft mit Humor verwechselt. Doch sie enthalten eine hohe Dosis an Bitterstoffen und reduzieren die positive Wirkung von Humor oder kehren sie sogar ins Gegenteil um.“

Welche Art von Humor hilft Ihnen in Corona-Zeiten?

Zugegeben sind im ersten Absatz dieses Textes Spuren von Sarkasmus enthalten, die sich ihren Weg sogar durch partikelfiltrierende Halbmasken bahnen könnten. Schließlich ist es eine der Spielarten des Aprilscherzes, auf humorvolle Weise den Blick auf echte Probleme zu lenken. Ich teile da die Ansicht aus unserem Haus nicht vollständig – gerade Sarkasmus und Satire finde ich oft einfach enorm lustig.

Und wie geht es Ihnen? Welche Art Humor hilft in Corona-Zeiten und wo liegen die Grenzen? Oder geht es Ihnen wie dem blinden Bibliothekar Jorge von Burgos aus „Der Name der Rose“, der aus Angst vor dem Lachen ein verschollen geglaubtes Buch von Aristoteles über die Komödie Seite für Seite vergiftet? Gerne können Sie hier im Blog oder direkt zum Post in diversen Social-Media-Kanälen kommentieren. Ich freue mich darauf. Ganz ohne sarkastische Hintergedanken.

Autor des Beitrags

Alexander Schneider

Alexander Schneider

Redakteur Unternehmenskommunikation

Immer auf der Suche nach spannenden Geschichten und Themen, die sich gut erzählen lassen. Davon gibt es im Unternehmen reichlich. Lebt als „Immi“ sehr gerne in Köln und liebt die Stadt ebenso wie sein Fahrrad – mit dem er auch täglich zur Arbeit fährt.

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