Haben Sie Mitarbeiter, die Sie führen und motivieren müssen? Dann frage ich Sie: Welchen Führungsstil wenden Sie an? Den autoritären? Den kooperativen? Handeln Sie nach dem Prinzip Laissez-faire? Oder setzen Sie auf Ihren persönlichen Mix aus den bekannten Stilen guter Führung?

Einfach mal um die Ecke denken

Sicherlich, jeder Führungsstil hat seine Vor- und Nachteile. Und schaden kann es nicht, sich eine gute Mischung daraus anzueignen. Doch was, wenn Ihre Mitarbeiter einfach nicht mitziehen und dauerhaft demotiviert sind? Dann sollten Sie vielleicht Ihre Strategie überdenken. Oder es einfach mal mit einem Managementseminar oder Coaching versuchen. Klar, klingt einfach. Ist es aber nicht.

Theoretisches Wissen in die Praxis zu übertragen kann gelingen, scheitert dann aber oft schon im Ansatz, wenn einen der Alltag wieder einholt. Daher – einfach mal um die Ecke denken. Habe ich gemacht und bin letzten Sommer mit Eseln wandern gegangen. Mit Eseln? Ja, Sie haben richtig gelesen. Mit Eseln wandern, in der Eifel, da wo es grün ist und schön und die gute Luft Laune macht. Was das mit dem persönlichen Führungsstil zu tun hat?

Ganz einfach: Esel sind eigensinnig oder, besser gesagt, stur. Sie machen nur das, was sie wollen und wehe, man ist anderer Meinung, dann ist es vorbei mit der guten Laune. Und dann stehen Sie da, irgendwo im Grünen mitten in der Eifel, mit einem missmutigen Esel an der Leine. Der smarteste Manager ist so schon am Esel gescheitert. Jedenfalls dann, wenn er sich nicht auf seinen Wegbegleiter einlässt. Das habe ich selbst gesehen. Da können Sie als erfolgsverwöhnter Manager Millionen-Umsätze und eine gute Rendite für Ihr Unternehmen erzielen – in diesem Augenblick nützt es wenig. Denn wenn der Esel nicht will, will er nicht. Anton und Trude, so hießen die beiden vierbeinigen Wandergefährten, machten da keinen Unterschied. Auch sie hatten ihren eigenen Kopf.

Alles auf Anfang

Eine Baumaschine auf dem Waldweg? Das sollte doch kein Hindernis darstellen. Da geht man doch einfach mal so dran vorbei! Weit gefehlt. Ein Esel geht keinen Schritt weiter, wenn er etwas entdeckt, das ihm unbekannt ist oder Angst einflößt – und sei es nur ein Ölfleck auf dem Asphalt oder ein Gullideckel im Boden. Was also tun? Umkehren? Kann nicht die Lösung sein. Man will ja weiter und sein Ziel erreichen. Also nachdenken, was zu tun ist. Autorität hilft in diesem Moment wenig, Laissez-faire aber auch nicht. Das führt eher dazu, dass sich der Esel dem nächstgelegenen saftigen Grün zuwendet. Und zieht man an der Leine, wird der fellige Wegbegleiter so richtig bockig und wendet sich komplett in die andere Richtung ab. Das ist wirklich interessant zu beobachten und vor allem amüsant. Der gestandene Manager ist zunächst ein wenig ratlos, wird dann ungehalten und will schlussendlich den Esel einfach am nächsten Baum festbinden und allein weiterziehen. Dem Esel ist das egal. Er stellt in diesem Moment auf stur. Also alles auf Anfang.

Auch Umwege führen zum Ziel

Lässt sich der Wanderer hingegen auf seinen Begleiter ein und wechselt die Perspektive, finden beide schnell zueinander – und für jedes Hindernis eine gemeinsame Lösung. An der Baumaschine führte in diesem Moment zwar kein Weg vorbei. Eine Alternative gab es trotzdem. Also erst einmal ein paar Meter zurücklaufen und gemeinsam die nächste Weggabelung nehmen. Hat prima geklappt. So einfach kann’s sein. Das Ziel erreichten wir zwar über einen kleinen Umweg, aber da hatten sich Anton und Trude ihre Möhren dann wirklich verdient.

Ich habe aus dem Experiment einiges für mich persönlich gelernt. Egal ob Mensch oder Tier: Lässt man sich auf sein Gegenüber ein, kommuniziert offen und freundlich, kann so manches gelingen, auch das schier Unmögliche. Und wenn bei der Arbeit jetzt einmal etwas nicht direkt so klappt, wie es soll, wechsle ich die Perspektive, denke gerne an Trude und Anton zurück und an die Lektion, die sie mir mit auf den Weg geben haben. Und meine Mitarbeiter und Kollegen bei TÜV Rheinland profitieren davon.

Autorin des Beitrags

Regine Gralla-Züge

Regine Gralla-Züge

Marketing- und Kommunikationsexpertin

Regine Gralla-Züge ist Marketing- und Kommunikationsexpertin im Head Office Köln. So vielfältig wie ihre Aufgaben und ihre Fachexpertise, sind die Stationen bei TÜV Rheinland – von der internationalen Aus- und Weiterbildung über die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz hin zu Messen & Events. Auch in ihrer knappen Freizeit ist ihr das Thema Gesundheit wichtig, denn ohne Sport geht es nicht. Wenn sie mal nicht auf dem Stepper oder der Vibrationsplatte steht, liest sie gerne Krimis, geht ins Kino bzw. ins Theater oder reist nach Italien, wo ihr Mann derzeit beruflich unterwegs ist. Neben italienischem „Dolce Vita“, guter Küche sowie Kunst & Kultur, schlägt ihr Herz für italienische Schuhe und den Fußballverein S04.

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