Auch wenn ich meinen Reiseblog inzwischen nicht mehr betreibe, bin ich im Urlaub immer gerne mit der Kamera unterwegs. Ich sammle für mein privates Fotoalbum oder meinen Instagram-Account die Schnappschüsse der schönsten Fleckchen unserer Erde. Das i-Phone, meine Canon und auch die GoPro habe ich schon für Fotos und Videos ausprobiert. Woran ich mich noch nicht getraut habe: die Drohne.

Wo Drohnen fliegen dürfen, ist weltweit streng reglementiert

Ich sehe die sensationellen Drohnen-Fotografien meiner Blogger-Kolleginnen und -Kollegen aus der Luft, die natürlich immer wieder eine interessante Perspektive auf die Landschaften und Sehenswürdigkeiten bieten, die man sonst eben nicht zu sehen bekommt.

Schon länger habe ich mir überlegt, ob ich mich nicht mal näher mit der Technik beschäftigen soll. Was mir dann aber aufgefallen ist: Egal an welchem tollen Spot ich gerade angekommen bin, bei dem ich denke: „Mensch, das hier wäre ein idealer Ort für Drohnenaufnahmen“, erblicke ich wenige Meter neben mir das Drohnen-Verbotsschild. Natürlich immer ohne weitere Erklärung. Warum ist das so?

Besser vor der Reise informieren

Wie gesagt, es gibt meist keine genauere Erklärung. Wenn ich die Drohnenexperten bei TÜV Rheinland dazu befrage, könnte es an diesen beiden Punkten liegen:

  • Bei dem Ort oder der Umgebung handelt es sich um ein Naturschutzgebiet. Dort darf generell nicht geflogen werden.
  • Der Hotspot ist zu stark besucht. Flüge über Menschenansammlungen und dort, wo die Privatsphäre anderer Personen verletzt werden könnte, sind nicht erlaubt.

Unterschiedliche Regelungen

Das sind aber längst nicht alle Aspekte, die ich als Drohnenpilot beachten muss. Weltweit herrschen unterschiedliche Regelungen, über die man sich unbedingt im Vorfeld einer Reise informieren sollte. Wer die Vorgaben nicht beachtet, muss mit Sanktionen von der Beschlagnahmung der Drohne bis hin zu hohen Geld- oder Freiheitsstrafen rechnen. My-Road.de hat übrigens eine tolle Übersicht über die Drohnengesetze weltweit für euch zusammengestellt.

Drohnen Schild

Die „Drohnenverodnung“: Gefahren vermeiden, Privatsphäre schützen

2017 trat eine neue Verordnung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in Kraft, die seitdem den Gebrauch von Drohnen in Deutschland klar regeln soll. Das sind die wichtigsten Grundsätze und Tipps unserer Experten:

  • Es muss ein Mindestabstand von 1,5 km zu Flughäfen eingehalten werden.
  • Der Pilot benötigt eine spezielle Drohnen-Versicherung. Eine Haftpflichtversicherung reicht nicht aus.
  • Bei einem Startgewicht von mehr als 250 Gramm müssen Drohnen lesbar und feuerfest mit der Adresse des Eigentümers gekennzeichnet werden.
  • Drohnen mit einem Gewicht über zwei Kilogramm dürfen erst ab 16 Jahren geflogen werden. Außerdem ist für diese Modelle ein Drohnenführerschein und eine spezielle Genehmigung (Gewicht über 5 kg) notwendig.
  • Die maximale Flughöhe sind 100 Meter über dem Grund, in Kontrollzonen und bei einem Startgewicht unter 250 Gramm nur 50 Meter.
  • Drohnen müssen anderen Fluggeräten immer ausweichen.
  • Drohnen müssen in Sichtweite fliegen.
  • Man sollte die Drohne nur bei gutem Wetter steigen lassen.
  • Die Privatsphäre ist immer zu berücksichtigen.
  • Bei einem Flug über Privatgrundstücke benötigt man eine Erlaubnis des Eigentümers.
  • Flüge über Menschenmengen (Strände, Städte, Versammlungen, …) sind nicht erlaubt
  • Flüge in der Nähe von politisch sensiblen Gebäuden sind nicht gestattet – dazu zählen z.B. Gefängnisse, Polizei- und Militäranlagen, Gerichtshöfe, Atomkraftwerke, Unfallstellen, Katastrophengebiete, Bundesfern- und Bundeswasserstraßen, Bahnanlagen, Krankenhäuser, Industrieanlagen
  • Zu Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung müssen mindestens 100 Meter Sicherheitsabstand eingehalten werden.
  • Über Naturschutzgebieten darf nicht geflogen werden.
  • Bei Nacht ist das Fliegen nur mit einer Ausnahmegenehmigung gestattet.

Experten-Tipps: Reisefotos mit der Drohne

Puh. Das sind ganz schön viele Regeln, die man bei der Reisefotografie mit Drohnen beachten muss. Definitiv ein Grund, warum ich mich darauf noch nicht eingelassen habe. Wer aber dennoch regelmäßig ihre Reisefotos mit der Drohne macht, ist Jana Zieseniß von Sonne & Wolken. Sie hat kürzlich ein Interview mit unserer Expertin Nicole Krzemien geführt. Schaut es euch hier im Video an:

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Ein kleiner Tipp zum Abschluss:

Und wenn ihr sehen wollt, wie meine Kolleginnen und Kollegen Bauwerke, die schwierig zu erreichen sind, mit Drohnen prüfen, schaut euch dieses Video zu “Drohnen bei TÜV Rheinland – Einsatzmöglichkeiten und Vorteile” an.

Autorin des Beitrags

Viktoria Kux

Viktoria Kux

Social Media Managerin

Viktoria Kux ist Social Media Manager im Newsroom von TÜV Rheinland und verantwortlich für alle deutschsprachigen Social Media-Kanäle des Unternehmens. Egal ob ein neues Foto für Instagram oder ein Video für YouTube produziert werden muss – in ihrem Arbeitsalltag dreht sich alles um die sozialen Netzwerke.

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Kommentare

1 Kommentar

  1. Avatar

    Vielen Dank für ein sehr interessantes Thema. Schließlich fand ich die Antworten auf alle meine Fragen. Ich werde diese Informationen gerne mit meinen Freunden teilen. Alles Gute!

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