Der Betrieb der TÜV Rheinland Akademie hatte sich gerade wieder eingependelt, als der zweite Corona-Lockdown zur erneuten Schließung von Seminarzentren führte. Die gute Nachricht: Berufliche Weiterbildung und Online-Zertifizierungen sind auch in Krisenzeiten realisierbar – Virtual Classrooms machen es möglich!

Virtuelle Plattform für Lehrende und Lernende

Digitalisierung im Turbo-Tempo: Bereits 2020 fanden an der TÜV Rheinland Akademie über 700 Seminare der beruflichen Weiterbildung mit rund 6.000 Teilnehmenden in Virtual Classrooms (VC) statt. Die Software Adobe Connect spielte dabei von Anfang an eine tragende Rolle – sie verbindet Lehrende und Lernende. Auf der Plattform werden Inhalte gemeinsam gestaltet und online bearbeitet. Physische Präsenz ist nicht notwendig, stattdessen interagieren die Teilnehmenden vom heimischen Tablet oder Laptop miteinander. Um die neue Angebotsstruktur einzurichten, mussten die Trainer*innen in kürzester Zeit ihre Didaktik und Methoden anpassen. Zwar hatten einige bereits mit Virtual Classrooms gearbeitet, aber die komplette Virtualisierung kam dann doch unerwartet und erforderte viel Improvisationskunst.

Neue Anforderungen an Organisation, Pädagogik und Didaktik

Mit viel Engagement gelang, was in dieser Konsequenz zuvor undenkbar schien. Im Frühjahr 2020 wurden Lerninhalte quasi über Nacht für elektronische Formate angepasst. Alle zogen an einem Strang, um die organisatorischen, pädagogischen und didaktischen Anforderungen zu erfüllen. Über den Sommer öffneten dann die Seminarzentren langsam wieder ihre Pforten. Auch wenn zuletzt weniger Teilnehmende in den Seminarräumen sitzen durften: Unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln konnte berufliche Weiterbildung ab Ende Mai auch wieder in Präsenzformaten stattfinden.

Und das war auch gut so, denn einige Angebote lassen sich nur schwer rein virtuell unterrichten. Doch auch für Kurse mit einem hohen Praxisanteil hat die TÜV Rheinland Akademie eine Lösung entwickelt. Um die Gruppengrößen coronagerecht anzupassen, lernt ein Teil der Gruppe virtuell im Homeoffice, während sich der andere Teil im Klassenraum persönlich trifft. Moderne Kameratechnik und gute Organisation machen es möglich. Und für alle, die sich in Quarantäne oder häuslicher Isolation befinden, sind VCs die einzige Möglichkeit, überhaupt an Angeboten der beruflichen Bildung teilzunehmen.

 

Im Frühjahr 2020 wurden Lerninhalte quasi über Nacht für elektronische Formate angepasst.

 

Hohe Zufriedenheit mit Virtual Classrooms bei allen Beteiligten

Die Rückmeldung der Seminarteilnehmenden ist durchweg positiv. Anreise und Hotelaufenthalt entfallen; oft lässt sich die berufliche Weiterbildung via VC auch besser mit dem Familienleben vereinbaren. Viele Teilnehmende sind zudem überrascht, dass die Inhalte in den Virtual Classrooms so gut vermittelt werden – allerdings fehlt ihnen manchmal der persönliche Austausch in den Pausen. Auch die Seminarmanager*innen bestätigen diesen Eindruck. So fehle zwar der direkte Kontakt mit den Teilnehmenden, die Organisation der VC-Seminare sei aber einfacher, da beispielsweise nur digitale Unterlagen erforderlich sind.

Online-Prüfungen mit Zertifikatsvergabe

Zusätzlicher Aufwand entsteht allerdings bei Seminaren, die eine TÜV-Prüfung beinhalten. Während „normale“ Abschlussprüfungen in Gruppen mit einer Aufsichtsperson stattfinden, erfordern Online-Prüfungen bei Zertifikatslehrgängen eine Prüferin oder einen Prüfer pro Kund*in – die Prüflinge werden während der gesamten digitalen Arbeit synchron betreut. Für dieses neue Testverfahren hat die TÜV Rheinland Akademie ein ausgeklügeltes System entwickelt, das alle Vorschriften der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) erfüllt. Die Trainer*innen melden die betreffende Person zur Prüfung an und bescheinigen damit, dass sie die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt. Anschließend wird ein Termin vereinbart und die Kandidat*innen erhalten Instruktionen zum Ablauf.

für 2021 in Virtual Classrooms ausgeschrieben

Vor dem Termin erhalten die Teilnehmenden eine spezielle Prüfungssoftware und loggen sich fünfzehn Minuten vor der Startzeit mit ihren Zugangsdaten ein. Die Software funktioniert über einen normalen Browser; nach dem Einloggen sind allerdings alle anderen Funktionen auf dem Endgerät eingefroren. So wird das Recherchieren von Antworten oder das Blättern in digitalen Unterlagen unterbunden. Die Authentifizierung erfolgt über die Web-Kamera. Bislang besteht der Test aus Multiple-Choice-Fragen, aktuell bereiten die Trainer*innen jedoch auch ein Verfahren für offene Fragen und Diskussionen vor. Nach bestandener Prüfung erhalten die Kund*innen sofort ihr Ergebnis und können sich ihr Zertifikat herunterladen.

Fit für den Restart – berufliche Bildung im Lockdown

Gerade auch für Fachkräfte in Kurzarbeit sind die neuen Virtual-Classroom-Angebote der TÜV Rheinland Akademie eine Chance. Sie nutzen ihre Zeit für ihre berufliche Entwicklung und machen sich fit für den Restart, denn irgendwann endet die Pandemie. Dann ist es gut, wenn sie aktuelle Zertifikate vorweisen und ihrem Arbeitgeber damit neues Know-how zur Verfügung stellen können – im Zweifelsfall ein gutes Argument für die Weiterbeschäftigung. Auch aus diesem Grund ist die Nachfrage nach VC-Seminaren anhaltend groß. Die Seminarzentren haben für 2021 bereits 1.630 Seminare in Virtual Classrooms ausgeschrieben und bis Ende Januar 69 davon erfolgreich durchgeführt.

Infos:

Nutzen auch Sie das Angebot der beruflichen Weiterbildungen im Virtual Classroom!

Autorin des Beitrags

BIRTE MICHEELS

BIRTE MICHEELS

MARKETING MANAGERIN

Von der Küste in die Karnevalshochburg Köln. Seit 2015 ist Birte Micheels als gebürtige Schleswig-Holsteinerin nun heimisch im jecken Rheinland. Als Marketing Managerin und als Marketingverantwortliche für den Seminarbereich Nord verbindet sie nordische Zurückhaltung und rheinische Fröhlichkeit miteinander. Privat ist sie viel draußen anzutreffen, am liebsten segelnd auf der Ostsee, aber durchaus auch auf schönen Fahrradstrecken und weit entfernten Wanderwegen.

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