Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt rasant – und stellt nicht nur Unternehmen vor neue Herausforderungen. Auch wir Arbeitnehmer spüren den Wandel. Unternehmen richten sich neu aus, Arbeitsgebiete und -aufgaben verändern sich, werden vielfältiger und internationaler. Damit Schritt zu halten ist manchmal gar nicht so einfach. Hieß es gestern noch, generalistisches Denken und Arbeiten sei die Zukunft, sind heute vermehrt Spezialisten gefragt. Aber ist das wirklich so? Ich glaube nicht, dass man in einigen Jahren nur auf eine einzelne Aufgabe fokussiert sein wird. Es lohnt sich immer, über den Tellerrand zu blicken, offen zu sein für neue Trends und Entwicklungen.

(K)Eine Frage des Alters

Für die Digital Natives sind die Veränderungen fließend. Sie kennen es ja nicht anders und halten damit leicht Schritt. Für die ältere Generation hingegen sieht es da schon etwas anders aus. Neugier, gepaart mit Ängsten und vielen Fragen treibt die Generation 40-plus um. Und das ist nicht verwunderlich. Dennoch ist erkennbar, dass auch die älteren Generationen starkes Interesse für die Neuerungen der Digitalisierung zeigen und bereit sind, sich auf Veränderungen am Arbeitsplatz einzulassen. Von Vorteil ist es, wenn die Führungskräfte es schaffen, alle Altersgruppen für das Neue zu begeistern. Das erfordert Handlungswillen und Mut.

VUCA – einmal anders gedacht

Damit hat sich die Arbeitswelt zu einer „VUCA-Welt“ entwickelt. Die Abkürzung VUCA kommt aus dem Englischen und wurde Anfang der 90er Jahre geprägt. Gemeint sind die Herausforderungen Volatilität (Flüchtigkeit von Trends und Chancen), Unsicherheit sowie Komplexität und Ambiguität (Mehrdeutigkeit). Mit diesen Themen sind Unternehmen und ihre Mitarbeiter im 21. Jahrhundert ständig konfrontiert. Schon seit Jahren ändern sich die Rahmenbedingungen – unter anderem vertreten Experten heute die Ansicht, dass Unternehmen nicht hierarchisch, sondern wie Netzwerke zu betrachten seien. Ihrer Ansicht nach sollten modern aufgestellte Netzwerkunternehmen ihre Mitarbeiter zu Mitunternehmern machen und ihnen ausreichend Flexibilität, Entscheidungs- und Handlungsspielräume ermöglichen. Nur so kann es gelingen, ein Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen und die Mitarbeiter – das wichtigste Kapital – auf diesen Weg mitzunehmen.

Weitermachen wie bisher kann daher nicht das Gebot der Stunde sein. Die Herausforderungen der Zukunft können Betriebe nur gemeinsam mit ihrer Belegschaft stemmen. Es ist unbestritten, dass eine Welt, die sich in ihrem Grundcharakter verändert, auf allen Ebenen andere und neue Antworten und Fähigkeiten braucht. Somit lässt sich die VUCA-Welt heute auch mit folgenden Begrifflichkeiten in Verbindung bringen: Vision – Understanding (Verständnis) – Clarity (Klarheit) – Agility (Lebendigkeit). Also Werte, die dazu beitragen, den modernen Herausforderungen zu begegnen. Im Fokus stehen zum Beispiel folgende Fragestellungen:

  • Wie könnte eine wünschenswerte Zukunft aussehen?
  • Wie lassen sich Angst und Widerstände in produktive Energie umwandeln?
  • Wie schaffe ich Vertrauen?
  • Wo können persönliche Kraft und Energie ihre Wirkung am besten entfalten?
  • Wie lassen sich durch ausreichenden Freiraum Innovationen entwickeln?
  • Wie kann eine Fehlerkultur zum Erfolg beitragen?
  • Wie lässt sich Resilienz stärken?

 

Neue Antworten sind gefragt

Führungskräfte auf allen Hierarchieebenen sind gefordert: Wir brauchen Antworten auf diese Fragen und zugleich geeignete Rahmenbedingungen, um innerbetriebliche Netzwerke und strategische Partnerschaften zu ermöglichen und zu fördern – und das über Abteilungen und Funktionsbereiche hinweg. Denn Menschen, Produkte und Dienstleistungen profitieren davon, wenn an ihrer Entwicklung all diejenigen beteiligt sind, die den Exzellenzgedanken in den Fokus stellen. Es zahlt sich für ein Unternehmen aus, hierbei mit Spezialisten und Generalisten aller Altersklassen am besten Ergebnis zu arbeiten und dabei auf die intuitive und emotionale Intelligenz der Akteure zu vertrauen sowie ihren Freiraum und ihre Kreativität zu fördern. Die Mitarbeiter werden so schnell zu Mitunternehmern, die sich im Betrieb gut aufgehoben fühlen, sich auf Neues einlassen, sich mit dem Produkt oder der Dienstleistung identifizieren und für ihre Arbeit brennen.

Die Digitalisierung und ihre Auswirkungen sollten dann sehr bald gar kein Thema mehr sein, sondern sich als fester Bestandteil der Arbeitswelt in unserem Denken und Handeln verankert haben. Denn sie bringt nicht nur Risiken mit sich, sondern bietet auch viele Chancen, die unsere Zukunft – davon sind wir bei TÜV Rheinland überzeugt – hoffentlich ein wenig sicher machen.

Was sind die zentralen Anforderungen an Manager und Führungskräfte? Diskutieren sie mit beim TÜV Rheinland Dialog Mensch & Gesundheit. Zehn Mal in Deutschland, Teilnahme kostenlos.

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Autorin des Beitrags

Regine Gralla-Züge

Regine Gralla-Züge

Kommunikationsexpertin

Regine Gralla-Züge ist Marketing- und Kommunikationsexpertin im Head Office Köln. So vielfältig wie ihre Aufgaben und ihre Fachexpertise, sind die Stationen bei TÜV Rheinland – von der internationalen Aus- und Weiterbildung über die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz hin zu Messen & Events. Auch in ihrer knappen Freizeit ist ihr das Thema Gesundheit wichtig, denn ohne Sport geht es nicht. Wenn sie mal nicht auf dem Stepper oder der Vibrationsplatte steht, liest sie gerne Krimis, geht ins Kino bzw. ins Theater oder reist nach Italien, wo ihr Mann derzeit beruflich unterwegs ist. Neben italienischem „Dolce Vita“, guter Küche sowie Kunst & Kultur, schlägt ihr Herz für italienische Schuhe und den Fußballverein S04.

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