Kurz in einen Raum gehen, seine gewünschte Realität vom Computer laden lassen, schon taucht man in die neue Welt ein … Wer Star Trek gesehen hat, weiß Bescheid: Wir sprechen vom Holodeck – ein Ort, der aussieht und sich anfühlt wie die Realität, aber eigentlich „nur“ vom Computer projiziert wurde. Eine Vision, die im Zuge der Digitalisierung bereits in die Wirklichkeit Einzug hält, unter anderem in Trainingsszenarien.

Lernen und handeln werden eins

Stichwort immersives Lernen: Per Virtual-Reality-Brille oder Head Mounted Display (HMD) tauchen die Menschen ein in eine neue Realität oder in eine Mischung aus Realität und virtueller Welt. Im Lern-Kontext bieten die innovativen Technologien und neuen Konzepte zahlreiche Vorteile: Unter anderem können die Nutzer an „lebensechten“ virtuellen Modellen lernen und geführte Handlungsanweisungen erhalten. Neues Wissen ist direkt verfügbar und kann angewendet werden. So ist es natürlich sehr reizvoll, wenn zum Beispiel ein Wartungsingenieur seine Trainings zunächst per VR-Brille absolviert. Ebenfalls ist eine Unterstützung „on the job“ denkbar. An der Maschine beim Kunden bekommt er dann seine benötigten Informationen für das spezfische Modell eingeblendet („Dies ist Modell x, sie müssen als erstes dieses Element öffnen und dann folgende Schritte durchführen.“) Ein zuschaltbarer Instruktor vom Kollegen in London kann vielleicht auch angerufen werden, der Hilfestellungen gibt oder neue Infos einspielt. Schön,wenn man die Hände frei hat bei seiner Arbeit und das neu erworbene Wissen direkt verfügbar in Handlungskompetenz umgesetzt werden kann! Lernen und Handeln sind eins geworden!

In der modernen (Fach-)Welt ist bekanntlich lebenslanges Lernen gefordert – dies bedeutet aber auch, dass man sich immer breiter und in immer kürzeren Abständen neue Kompetenzen aneignen bzw. Wissen verfügbar und anwendbar machen muss. Die Vorteile von Virtual, Augmented und Mixed Reality in diesem Bereich liegen also auf der Hand. Eine Deloitte Studie prognostiziert: „Deutsche Unternehmen werden im Jahr 2020 knapp 850 Millionen Euro in Virtual- und Mixed Reality-Lösungen investieren. Den Löwenanteil machen hierbei innovative Anwendungen aus.“ In den kommenden Jahren werden demnach Tausende AR-Anwendungen den Markt überfluten.

Große Chancen für die Trainings- und Arbeitswelt

Nun ist das Holodeck also da – nun ja, zugegeben: zumindest fast. Die vorhandenen Technologien sind auf dem Weg dorthin. Und es kommt sogar noch besser. Forscher arbeiten daran, dass Brillen (Head Mounted Displays oder Cardboards) überflüssig werden und wir die gewünschten Realitäten mithilfe von speziellen Kontaktlinsen quasi eins zu eins wahrnehmen. Physische Welt und virtuelle Realität sind dann – zum Beispiel bei einer virtuellen Abenteuerreise – kaum noch zu unterschieden.

Egal ob Microsoft Hololens oder andere VR- und AR-Brillen: Technologien und Methoden, die Immersions-Erlebnisse ermöglichen, also das Virtuelle real erscheinen lassen, erleben einen Boom in der Industrie 4.0. Bei der Trainingssimulation, der Unterstützung im laufenden Betrieb oder der Zertifizierung: Der Einsatz bietet große Chancen und wird unsere Arbeitsweisen und Trainings verändern. Natürlich geht das nicht ohne die entsprechenden Konzepte. Kundenwünsche und -projekte, das Fachwissen der Experten und das didaktisch-technische Know-how – all das muss im Sinne von virtuellen Lernumgebungen weiterentwickelt und aufeinander abgestimmt werden. Wir werden darüber bald mehr berichten.

Und nun kann es losgehen: Der virtuelle (Welt-)Raum, unbekannte Welten. Wir stoßen in Dimensionen vor, die nie ein Mensch zu vorgesehen hat … Beam me up, Scotty!

Autor des Beitrags

Tobias Hainke

Tobias Hainke

Projektmanager

Tobias Hainke ist Projektmanager in dem Digital Learning Team der TÜV Rheinland Akademie GmbH. Der Mensch und sein Lernen im Web 2.0 und weiteren Web-Generationen fasziniert den E-Learning-Spezialisten. Er skizziert dabei seine Motivation wie folgt: “Wie sich der Mensch als soziales Wesen in neuen Lernräumen bewegt und lernt, beeindruckt mich ebenso, wie die spannende Frage, neue Lehrformen beim TÜV Rheinland umzusetzen.“ Wenn sich Tobias Hainke einmal nicht mit Fragen des Blended Learning beschäftigt, dann zählen vor allem Reisen zu seinen Hobbies. So führte ihn seine letzte Reise beispielsweise mit einem Jeep durch Afrika, wo er sich von dem Wissen fremder Kulturen und der Schönheit der Landschaft besonders beeindruckt zeigte.

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