„Ich frage das für einen Freund“ ist das geflügelte Wort, wenn ich etwas wissen möchte, ohne dass mir die Frage allein schon negativ ausgelegt wird. „Wer sichert eigentlich seinen Arbeitsplatz?“ ist gerade eine solche. Viele fragen die Frage nach dem Arbeitsplatz gerade für eine Freundin oder einen Freund – und es ist ja so, dass auch um mich herum immer mehr Menschen ihre Arbeit verlieren oder sich ernsthaft Sorgen machen.

Kann die Wirtschaft einfach so für vier Monate aussetzen und danach machen wir da weiter, wo wir im Februar aufgehört haben? Sicher nicht, dafür muss man kein Prophet sein.

Jede und jeder ist relevant

Glücklich sind diejenigen, die eine hohe Resilienz aufgebaut haben, es nehmen, wie es kommt, und dabei optimistisch, leistungsbereit und kreativ bleiben. So wie diejenigen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten. Und das sind deutlich mehr als diejenigen, die wir im Moment als Held*innen des Alltags allabendlich feiern, denen wir applaudieren. Die Arbeitenden am Fließband, die Erntehelfer auf peruanischen Heidelbeerfeldern, die Kindergärtnerinnen, die Köchinnen und Köche in den vielen Millionen Restaurants auf der Welt, eigentlich jeder von uns gehört dazu. Jede und jeder einzelne ist relevant, wenn nicht für die Gesellschaft insgesamt, so doch für die Familie, das soziale Gefüge in der Nachbarschaft, für die gute Stimmung.

Ohne Solidarität geht es nicht

In Europa, China, den USA, Indien, Brasilien, Bangladesch und Indonesien – um mal die sieben größten Arbeitgeberländer zu nennen – zählen wir mehr als 2 Milliarden Erwerbstätige. Die Solidarität der Regierungen und der Politik mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmernn drückt sich in Staatshilfen aus. Überbrückungskredite, Kurzarbeitergeld, Steuerstundung oder Steuererlass. Später werden dann öffentliche Investitionen in Infrastruktur hinzukommen. In großen Unternehmen ist Kurzarbeit, unbezahlter Urlaub oder Gehaltsverzicht der solidarische Beitrag, um vier Monate ohne nennenswerte Wirtschaftsleistung der Industrienationen zu überbrücken.

Nicht aus der Bahn werfen lassen

Ich bewundere Menschen, die angesichts der pandemischen Ausbreitung von Covid-19 zur Höchstform auflaufen, die sich an den Chancen begeistern und andere mitreißen. Kann man das lernen? Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass ich mich von solchen Menschen anstecken und mitreißen lassen kann.

Resilienz habe ich schon angesprochen, die Haltung, sich nicht aus der Bahn werfen zu lassen, auch wenn es gerade viele versuchen. Dazu fällt mir der sehr eigenwillige Beruf des Apnoe-Tauchens ein. Apnoe-Taucher sind Menschen, die bis zu zwölf Minuten die Luft anhalten können und über 150 Meter tief tauchen. Dazu verlangsamen sie ihren Puls auf nur noch 30 Schläge in der Minute und reduzieren jede Aktivität auf ein Minimum. Sie kontrollieren insbesondere die Adrenalinausschüttung, bekanntlich eine Begleiterscheinung bei Angst oder Panik.

Wer das nicht schafft, und das ist wahrlich keine Schande, der steht vielleicht am Ufer oder bleibt im Boot, um von dort die Daumen zu drücken und zu applaudieren.

Alles Gute!

Bleibt solidarisch, bleibt gesund!

Autor des Beitrags

Hartmut Müller-Gerbes

Hartmut Müller-Gerbes

Konzernsprecher

Gestartet als Journalist bei RTL, die andere Seite der Kommunikation als Sprecher von Peer Steinbrück gelernt und seit fast einem Jahrzehnt bei TÜV Rheinland als Konzernsprecher. Technik muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. Und nicht alles, was machbar ist, darf auch gemacht werden. Das sind für ihn wichtige Leitgedanken beim Bloggen. Diskutiert wurde bei ihm schon in der Kindheit in der Großfamilie mit acht Kindern und Erwachsenen um den Tisch. Die Wochenenden gehören dem Mountainbike und den Bergen, vom Kölner Umland bis zu den Alpen und Südtirol. Digital bin ich wahrscheinlich ein Spätberufener, vertrete die Generation ab 49, bin also eher nachdenklich und nehme mir länger Zeit, um dann aber weniger zu sagen. Ganz nach dem Motto: „Ich kann über jedes Thema eine Stunde sprechen und wenn ich nachdenke, 10 Minuten.“

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