Die Sehnsucht nach mehr Normalität und Alltagsleben wurde ein wenig erfüllt, obgleich sich an der Corona-Gefahrenlage nichts verändert hat. Mit Zuversicht und Freude habe ich registriert, dass die Dame im Änderungsatelier ihre Arbeit wieder aufgenommen hat und der Friseursalon ein paar Häuser weiter sogar nach Aushilfen sucht.

 

Angesichts grassierender Kurzarbeit und drohender hoher Arbeitslosenquoten ist dies ein hoffnungsvolles Zeichen – auch wenn es noch so winzig ist. Ein Stück Alltagsleben ist zurückgekehrt: Mehr Menschen bummeln durch die Straßen, die Stadtparks füllen sich und so manch einer sucht den lang vermissten Gruppenanschluss.

Nach wochenlanger Sozialaskese, bei schönstem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen ist es nachvollziehbar, die Corona-Gefahr mal zu verdrängen und dem persönlichen Freiheitsdrang nachzugeben. Aber der Gewinn an Freiheit kann zugleich eine Gefahr für die eigene Gesundheit und für andere bedeuten. Ich denke, ein Mehr an Umsicht und Rücksichtnahme ist besonders jetzt notwendig, wollen wir nicht zu einem rigideren Shutdown und „Sozialregelwerk“ zurückkehren.

Verantwortung übernehmen, Abstand halten

Ich schätze es sehr, wenn es weniger Einschränkungen gibt, Regeln nicht aufoktroyiert und Verstöße nicht mehr sanktioniert werden. Ich bin mir aber bewusst, dass dies auch höhere Anforderungen an die Eigenverantwortlichkeit stellt. Es ist wichtig, die richtige und vor allem gesunde Balance zu finden zwischen persönlicher Freiheit und dem Schutz anderer. Zumal es schutzbedürftigere Menschen gibt, deren Gesundheit besonders von dem rücksichtsvollen Verhalten anderer abhängig ist, wie ich es auch kürzlich in der Bahn erlebt habe: Ein älterer Herr mit Mundschutz und Aktentasche versuchte, auf Distanz zu gehen, als sich die Bahn am Hauptbahnhof schlagartig füllte. Er war definitiv darauf angewiesen, dass die Mitfahrenden Abstand wahren und sich damit umsichtig verhalten.

Zum Abschluss:

So würde ich mir wünschen, dass Corona – auch wenn die negativen Folgen zweifellos überwiegen – doch dazu führt, dass die eingeforderte Rücksicht auch über Corona hinaus zu einem anderen, verantwortungsvolleren Umgang miteinander führt.

Autorin des Beitrags

Antje Golbach

Antje Golbach

Pressesprecherin

Antje Golbach ist Pressesprecherin für den Geschäftsbereich Systeme und befasst sich außerdem mit dem Social Media-Netzwerken rund um das Themenfeld Zertifizierung von Managementsystemen. Sie schätzt die thematische Vielfalt in der Kommunikationsabteilung bei TÜV Rheinland, das Sich-Einarbeiten in immer neue Themen und dass kein Tag so verläuft wie der vorherige. Als Ausgleich zum Büroleben nutzt sie die Gelegenheit für Jogging-Touren durch den Kölner Grüngürtel und Wander-Ausflüge in die nahe Eifel. Gern tauscht sie auch mal den Waldboden gegen die Yogamatte ein.

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