Es ist gerade mal einen Monat her, dass ich einen Blogbeitrag zum Thema „Mobile Office – arbeiten, wenn das Kind zu Hause ist?“ veröffentlicht habe. Inhalt: Ein Lob auf das Homeoffice und die positiven Nebenwirkungen wie mehr Flexibilität und weniger Pendlerzeit, die es mit sich bringt. Gleichzeitig ging es mir auch darum, Vorurteile abzubauen – beispielsweise, dass Homeoffice für die Kinderbetreuung oder den Hausputz genutzt wird.

Wir Büromenschen haben noch Glück

Nun, innerhalb von vier Wochen wurde durch das Coronavirus die uns bekannte (Arbeits-)Welt komplett auf den Kopf gestellt. Seit einer Woche arbeiten sehr viele von uns im Homeoffice und gleichzeitig sind die Schulen und Kindergärten geschlossen: Coronaferien!

Nun heißt es also doch, zu Hause zu arbeiten und nebenbei das Kind zu betreuen, Mittagessen zu kochen, Hausputz zu machen, die Versorgungslage auch unter erschwerten Bedingungen aufrecht zu erhalten – also genau all das zu machen, was man sonst eigentlich im Homeoffice nicht machen sollte.

Repräsentative Umfrage von Civey im Auftrag von TÜV Rheinland für Personen mit Kindern im Haushalt, die im „Homeoffice“ arbeiten. / N = 2.500 / 22. März 2020

Ich weiß, wir Büromenschen haben noch Glück. Immerhin können wir im Gegensatz zu vielen anderen zu Hause arbeiten und müssen nicht sofort um unsere Zukunft bangen, wie all jene, die schlichtweg nicht arbeiten können, da ihre Läden, Hotels oder Restaurants geschlossen sind.

Laut einer repräsentativen Umfrage von Civey im Auftrag von TÜV Rheinland kommen 53% der Personen, die gerade im Homeoffice arbeiten und Kinder im Haushalt haben, gut mit der neuen Situation klar. Knapp 36% empfinden dies aber als Herausforderung. Das kann ich sehr gut nachvollziehen.

Nach einer Woche gemeinsam zu Hause haben wir dann auch eine Art Routine hinbekommen – vormittags Schule und Hausaufgaben, nachmittags Spielen oder sich im Garten bewegen und frische Luft schnappen.

Und siehe da – Arbeiten und sich gleichzeitig um das Kind kümmern funktioniert … irgendwie. Das Kind muss sich nun auch viel selbst organisieren. Man wird halt pragmatischer! Nun haben wir das große Glück, dass unser Kind schon in der Grundschule ist. Ich habe großen Respekt vor Eltern, die ihre Arbeitspflichten erledigen und sich gleichzeitig um mehrere Kinder und insbesondere Kleinkinder kümmern.

Präsenz vor Ort – nicht immer das Kriterium für gute Arbeit

Auch wenn jetzt zu viel Home im Office steckt, so wünsche und hoffe ich schon jetzt, dass sich nach der Coronakrise etwas ändert. Dass Vorgesetzte mehr Vertrauen in ihre Mitarbeitenden haben, dass diese ihre beruflichen Aufgaben auch im Homeoffice gut erledigen. Dass Menschen, die sich bisher Homeoffice nicht vorstellen konnten, gelernt haben, dass man dort richtig produktiv arbeiten kann. Dass Präsenz vor Ort nicht immer das Kriterium für gute Arbeit ist. Vielleicht auch, dass wir Meetings produktiver abhalten und dass wir insgesamt rücksichtsvoller miteinander umgehen, da wir dies in den Wochen der Meetings per Skype mit manchmal ruckeliger Verbindung gelernt haben. Denn auch wenn man gemeinsam in einem Raum ist, kann man den Menschen nicht in ihren Kopf schauen.

Daher wünsche ich uns allen, dass wir stark sind und bleiben in dieser Coronakrise und dass wir hinterher vielleicht alle etwas Neues gelernt und an uns und unseren nächsten Menschen entdeckt haben.

Bleiben wir stark und gesund!

Autorin des Beitrags

Kerstin Ferber

Kerstin Ferber

Unternehmenskommunikation

Kerstin Ferber arbeitet bei TÜV Rheinland im Team der Unternehmenskommunikation. Das Thema Kommunikation treibt sie schon seit ihrem Studium um, und so hat sie im Laufe der Jahre viele Erfahrungen in verschiedenen Kommunikationsbereichen gesammelt. Ihr derzeitiger Arbeits- und Interessensbereich ist die interne Kommunikation. Bevor sie zu TÜV Rheinland kam, hat sie lange in nahen und fernen Ländern gelebt und gearbeitet. Mittlerweile lebt sie glücklich und zufrieden mit ihrer Familie im Rheinland und wundert sich manchmal, wie nah das Gute eigentlich liegen kann; es sei denn sie steht mal wieder im Stau.

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