TÜV Rheinland hat gefragt – und über 2.500 Menschen, die gerade im Homeoffice arbeiten, haben geantwortet. Repräsentativ für ganz Deutschland hat das Meinungsforschungsinstitut Civey in unserem Auftrag die Ergebnisse erhoben. Die einfache Frage: Wie gut funktioniert das Arbeiten von zu Hause für Sie in der Praxis? Die Antwort: 6 von 10 Befragten kommen gut zurecht. Da ist Luft nach oben, allerdings ist für viele die Situation gerade ja auch relativ neu.

Homeoffice: Nur 30 Prozent der Jüngeren kommen gut zurecht

Aber besonders bemerkenswert sind die Ergebnisse der aktuellen Umfrage vom 23. März 2020 bezogen auf die Altersstruktur der Menschen, die im Homeoffice arbeiten: Rund 67 Prozent der über 50-Jährigen geben an, gut zu Hause arbeiten zu können. So weit, so gut. Aber Achtung: Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es nur 30,1 Prozent, die nach eigenen Angaben gut klarkommen – und das, obwohl man gerade bei den Jüngeren eine deutlich höhere Affinität zu moderner Kommunikationstechnik vermuten kann – Videokonferenz, Headset, Gruppenchat und mehr. Übrigens: Die 30- bis 49-Jährigen liegen tatsächlich dazwischen mit 58 Prozent der Befragten, die eher gut oder gut zurechtkommen. Also: Je älter, desto Homeoffice!

Führungskräfte müssen neue Wege der Kommunikation nutzen

Doch woran liegt das? Man kann es nur vermuten, aber offenbar ist der sichere und routinierte Umgang mit der Technik nur das eine (und selbst die Alten schaffen das inzwischen …). Vielmehr sind andere Aspekte wichtiger, beispielsweise die Rolle der Jüngeren im Arbeitsleben: Auszubildende oder Trainees haben es im Homeoffice naturgemäß schwerer. Klar, sie sollen ja noch lernen und ausgebildet werden. Aber Ausbildung hin oder her: Ein Aspekt ist wahrscheinlich die Berufserfahrung insgesamt. Heißt: Wer seinen Job Jahre und Jahrzehnte macht, kann eigenständiger arbeiten, kommt allein besser mit seinen Aufgaben klar. Auch die Arbeitsorganisation – was ist überhaupt mit welcher Relevanz zu erledigen? – fällt erfahrenen Mitarbeitenden zumeist leichter. Stichwort Selbstmanagement.

Teamspirit wichtig

Bei jüngeren Mitarbeitenden sind der Wunsch und die Erfordernisse nach Feedback meist deutlich stärker ausgeprägt. Doch alleine im Homeoffice wird genau dieser Aspekt des Feedbacks und des Austauschs schwieriger. Führungskraft und hilfsbereite, kompetente Kolleg*innen sind weit weg.

Durch gezielte Kommunikation lässt sich das etwas abfedern. Gerade die Führungskräfte sind in schwierigen Zeiten gefordert. Feedback in Einzelgesprächen oder Chats – wo immer möglich – ist für die Teammitglieder wichtig. Bei solchen Gesprächen muss es bitte nicht nur um die Arbeitsaufgaben gehen, sondern sollte auch das persönliche Befinden zur Sprache kommen. Gleiches gilt für weitere Aspekte, beispielsweise die eigene Organisation oder den Arbeitsplatz betreffend.

Auch der regelmäßige Austausch im Team ist sehr wichtig, um die Situation der anderen kennenzulernen und den Teamspirit hoch zu halten. Sind tägliche Teammeetings der Normalfall, können es in der neuen Situation möglicherweise anfangs auch zwei – jeweils vormittags und nachmittags – sein, dafür aber kürzer. Bei der Organisation des Austauschs sollte unbedingt auf die Bedürfnisse im Team eingegangen werden. Auch individuelle Kreativität sollte dabei nicht fehlen.

Schritt für Schritt gemeinsam lernen

Das alles können Maßnahmen sein, um die – für viele eher ungewohnte – Situation im Homeoffice zu verbessern. Schritt für Schritt lässt sich viel in der Praxis gemeinsam lernen. Hinzu kommen dann natürlich noch eine gute, funktionierende Technik, ein guter Arbeitsplatz und vielleicht sogar ein eigenes Büro zu Hause.

Die Befragung des Berliner Meinungsforschungsinstituts Civey fand zwischen dem 19. und 22. März 2020 statt. Befragt wurden im Auftrag von TÜV Rheinland repräsentativ 2.500 Menschen in Deutschland, die im Homeoffice arbeiten.

Autor des Beitrags

Jörg Meyer zu Altenschildesche

Jörg Meyer zu Altenschildesche

Pressesprecher

Mein Name ist Jörg Meyer zu Altenschildesche. Ich wohne an der holländischen Grenze, was gut auszuhalten ist, da ich Fritten Spezial mag, in Köln arbeite und deshalb jeden Tag den Dom sehe. Ich bin Pressesprecher bei TÜV Rheinland, spreche aber nicht nur, sondern schreibe auch gern – und das schon seit über 40 Jahren. Natürlich gab es damals noch keine Computer oder so etwas (zumindest nicht bei uns zu Hause; immerhin hatten wir viele Lochkarten zum Spielen, weil mein Vater in einem Rechenzentrum gearbeitet hat). Aber viele von den Themen, die mich bewegen, waren damals auch schon spannend (oder sie wurden es sehr bald). Fußball oder Umweltschutz, Globalisierung oder Mobilität, dieses geniale Internet oder gleich die ganze Welt.

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