Gern reden wir in der Unternehmenskommunikation ja auch vom Unternehmensimage. Dabei ist das eigentlich Unsinn, denn das eine Image gibt es nicht. Besser ist wohl der Plural der Images, wie mir jetzt einmal mehr klar geworden ist. Alles eine Frage der Perspektive.

 

Es war ein einzigartiges Projekt, das wir im Newsroom bei TÜV Rheinland gerade umgesetzt haben: Gemeinsam mit unserem Kommunikationsteam in China haben wir eine Reise mit chinesischen Medienvertreterinnen und Journalisten durchgeführt – 31 chinesische Medien, vier Tage bei TÜV Rheinland mit einem Blick hinter die Kulissen in Köln und Nürnberg, rund 30 Fachleute von uns und zig Stationen. Angefangen vom Innovation Space in unserer Konzernzentrale 75 Meter über den Dächern von Köln über die Fahrzeugprüfung bis zum Wireless- oder Akustiklabor in unserem modernsten Laborzentrum für Produktprüfung in Nürnberg. Zwischendrin Ausflüge in die Prüfung von Fußballstadien oder von Oldtimern (bei uns häufig als Wertanlage genutzt, in China sind diese als Wertanlage gänzlich unbekannt).

Die Idee der Reise: einmal praktisch zeigen, was wir alles prüfen, wie vielfältig unsere Arbeit ist, wie traditionsreich TÜV Rheinland ist und dass wir auch prüfen können, was wir prüfen.

YouTube

By loading the video, you agree to YouTube's privacy policy.
Learn more

Load video

Das Video wird von Youtube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

TÜV Rheinland? Die prüfen doch Smartphones

Der Grund der Reise: In China sind wir (natürlich) längst nicht so bekannt wie in Deutschland – trotz inzwischen 4.000 Mitarbeitenden dort. Es kommt aber noch etwas anderes hinzu. Das hat nach seiner Rückkehr auch einer der Teilnehmer auf den Punkt gebracht: Der Journalist Sun Bin von der Online-Plattform China Mobile CNMO hat in seiner großen Reportage über unsere Arbeit erklärt, dass Leser des Magazins in China TÜV Rheinland allenfalls im Zusammenhang mit der Prüfung von Smartphone-Displays oder sicheren Ladesystemen kennen würden. Unsere Zertifizierungen für Schnellladesysteme und für Displays sind dort tatsächlich sehr etabliert und führend.

Urteile und Vorurteile

Mir kam das irgendwie bekannt und doch sehr überraschend vor: Traditionell haben wir bei TÜV Rheinland damit zu kämpfen, dass die Menschen uns zu kennen glauben und eben nicht wissen, was wir alles tun. Eine Hitliste der Urteile (Vorurteile): Wir arbeiten nur im Rheinland (falsch: bundesweit und in 65 Ländern weltweit), alle TÜV-Organisationen sind das gleiche und es gibt nur einen TÜV (falsch, wir sind Wettbewerber mit verwandten Namen), wir sind eine Prüfbehörde (falsch, seit Gründung privatwirtschaftlich und nicht staatlich) und – natürlich – wir prüfen (doch nur) Autos. Naja, immerhin: Es sind 10 Millionen Kraftfahrzeuge weltweit jedes Jahr. Aber weit mehr als 80 Prozent unseres Umsatzes machen wir mit anderen Prüfungen und Leistungen jenseits der klassischen TÜV-Prüfung und Hauptuntersuchung.
Falls jemand mehr wissen will zu solchen und anderen Vorurteilen – hier!

Markt, Medien und Menschen

Überraschend war für mich, dass wir als TÜV Rheinland in China die gleiche Herausforderung haben, unsere große Bandbreite an Prüfleistungen abzubilden. Nur die Perspektive ist dabei eben eine andere: Sind wir hier die Autoprüfer, sind wir dort eben die Handyprüfer. Es gibt halt nicht nur ein Image, sondern viele verschiedene, abhängig von Markt, Medien und Menschen.

Wobei es an dieser Stelle vielleicht präziser heißen müsste: Es gibt unterschiedliche Ausprägungen des Images. Denn was uns weltweit auch in der Außendarstellung und -wahrnehmung verbindet, sind unser Leitbild mit unserer Mission für Qualität und Sicherheit von Mensch, Technik und Umwelt und unsere integre und genau Arbeitsweise. Das ist es, wofür wir stehen wollen und stehen: egal ob wir ein Smartphone testen, ein Solarmodul oder eine Geschirrspülmaschine; egal ob eine Medical-App, ein Kraftwerk, ein Fußballstadion – oder eben ein Auto.

Der Bericht von Sun Bin:

Und noch mehr Eindrücke von der Tour hier:

Autor des Beitrags

Jörg Meyer zu Altenschildesche

Jörg Meyer zu Altenschildesche

Pressesprecher

Mein Name ist Jörg Meyer zu Altenschildesche. Ich wohne an der holländischen Grenze, was gut auszuhalten ist, da ich Fritten Spezial mag, in Köln arbeite und deshalb jeden Tag den Dom sehe. Ich bin Pressesprecher bei TÜV Rheinland, spreche aber nicht nur, sondern schreibe auch gern – und das schon seit über 40 Jahren. Natürlich gab es damals noch keine Computer oder so etwas (zumindest nicht bei uns zu Hause; immerhin hatten wir viele Lochkarten zum Spielen, weil mein Vater in einem Rechenzentrum gearbeitet hat). Aber viele von den Themen, die mich bewegen, waren damals auch schon spannend (oder sie wurden es sehr bald). Fußball oder Umweltschutz, Globalisierung oder Mobilität, dieses geniale Internet oder gleich die ganze Welt.

Meist gelesene Beiträge

Ladeinfrastruktur

Elektromobilität – Ladeinfrastruktur auf dem Vormarsch

Das neue Jahrzehnt steht ganz im Zeichen des Klimaschutzes – und zu den großen Herausforderungen zählt eine klimaschonende (Elektro-)Mobilität. Eine wichtige Etappe ist das neue Emissionsziel der EU.
Stellenanzeigen

Sexy Titel, keine Bewerber? Stellenanzeigen auf dem Prüfstand

War for Talents, Fachkräftemangel, demografischer Wandel – alles bekannte und beliebte Themen im Buzzword-Bingo unter Personalfachleuten. Der Arbeitsmarkt wird für Unternehmen schwieriger.
Digitale Trends

Digitale Trends 2020: Denkanstöße für mehr Sicherheit

Cybersecurity Trends 2020: Was bedroht unsere digitale Gesellschaft – und wie können wir uns davor schützen? TÜV Rheinland benennt sieben Trends zu aktuellen Cyberbedrohungen.

Kommentare

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.