Brandschutz ist eine wichtige Sache – das weiß jeder. Auch dass automatische Sprinkleranlagen beispielsweise in Kaufhäusern oder Industrieanlagen die Ausbreitung eines Feuers verhindern helfen, haben die meisten auf dem Schirm. Aber haben Sie sich jemals Gedanken über die Sprinklerkopfprüfung aus Altanlagen gemacht? Ich jedenfalls nicht. Bis mir meine Kollegen von TÜV Rheinland den Sinn und Zweck dieser Dienstleistung vor kurzem einmal ganz praktisch vor Augen geführt haben.

Sprinkleranlagen müssen regelmäßig geprüft werden

Aber ja, Sprinkleranlagen müssen, je nach Bauart, alle zwölfeinhalb oder 25 Jahre geprüft werden. Okay, das dient der Sicherheit. Das verstehe ich. In diesem Zusammenhang müssen auch die Sprinklerköpfe, also das, woran wir Laien eine Sprinkleranlage erkennen, geprüft werden. Aber wie geht das? Ein Sachverständiger bestimmt zunächst einmal den Prozentsatz der Sprinklerkopf-Stichproben einer Anlage, die geprüft werden müssen, erklärt mir mein Kollege. Die landen bei uns im Labor. Auf zwei verschiedene Arten werden diese Ventile dann geprüft, egal um welches Sprinklerkopf-Modell es sich genau handelt.

„Wasser marsch“ bei einer bestimmten Temperatur

Mein Kollege erläutert, dass bei 20 Prozent der Stichproben die sogenannte Nennansprechtemperatur geprüft wird. Was das ist? Ganz einfach: Ein Sprinkler muss den Befehl „Wasser marsch“ erhalten, wenn es brennt. Das geschieht, indem das Gerät auf Wärme beziehungsweise Hitze reagiert. Ist es heiß genug, platzt beispielsweise beim Glasfasssprinkler der Glaszylinder und macht den Weg für das Wasser frei. Je nachdem, wo die Löschanlage angebracht ist, variieren die Grenzwerte zwischen 57 und 343 Grad Celsius. In einer Tiefgarage ist die Nennansprechtemperatur deutlich niedriger als in einem Schweißfachbetrieb, in dem per se höhere Temperaturen herrschen. In einem temperaturgeregelten Tauchbad prüft mein Kollege, ob das Ventil auf die jeweils festgelegte Gradzahl reagiert.

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Mit der Power eines Feuerwehrschlauchs

Spannend sind die 80 Prozent. Für diese Prüfung haben meine Kollegen eigens eine neue Prüfanlage bauen lassen. Da bläst und spritzt es drinnen und die Pumpe brummt dazu. Action pur. In diesem Gerät wird gemäß der Norm DIN EN 12259-1:2006 geprüft – in diesem Fall geht es um die Funktion sowie den Wasserdurchfluss. Und wie funktioniert das jetzt wieder? Sprinklerkopf stehend oder hängend eindrehen, Gebläse darauf richten, Tür zu und los geht es. Mein Kollege stellt den Wasserdruck zunächst auf 0,35 bar, die Temperatur auf die vorgegebene Höhe und zückt seine Stoppuhr. „Spätestens nach drei Minuten muss das Wasser durch den Sprinklerkopf spritzen“, erklärt er mir. Besonders stolz sind meine Kollegen, dass die Maschine eine Temperatur von 400 Grad Celsius und einen Wasserdurchfluss mit bis zu 10 bar Druck erzeugen kann. Umgerechnet liegt die Durchflussmenge damit bei rund 700 Litern pro Minute. In meine Sprache übersetzt: In einer Minute können mehr als vier Badewannen gefüllt werden. Das ist ganz schön flott.

Interessantes:

Übrigens haben Feuerwehrschläuche einen Betriebsdruck zwischen 5 und 10 bar.

Autor des Beitrags

Nicole Krzemien

Nicole Krzemien

Marketing & Kommunikation

Hmm, ich frage mich, was Sie über mich wissen wollen? Ob ich meine Studienzeit ausgiebig genossen habe? Ob ich auch mal eine solide Ausbildung machen durfte? Ob ich meinen Job im Bereich Marketing und Kommunikation bei TÜV Rheinland vielfältig und faszinierend finde? Ob ich den erfrischenden Spagat zwischen Beruf und Familie liebe? Ob ich mich gerne auf oder am Wasser bewege, egal ob flüssig oder luftig gefroren? Ob mich meine sachverständigen Kollegen aus dem Bereich Industrie Service immer wieder aufs Neue beeindrucken? Ob ich gespannt lausche, wenn sie über die Kausalität von Energie- oder Technikthemen berichten? Ob ich versuche – zumindest gedanklich – diese Innovationen in meinen Alltag zu verfrachten? Und, ob ich noch mehr lese als schreibe? Ja.

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