Die Digitalisierung ist in aller Munde. Gerade im nun beendeten Bundestags-Wahlkampf begegnete einem das Schlagwort auf vielen Plakaten, in etlichen Statements. Genau wie das Thema Bildung.

Digitalisierung fordert Qualifizierung

Zwar fanden beide in den direkten TV-Duellen der Spitzenkandidaten wenig Beachtung, was wohl hauptsächlich am Format oder der Moderation lag. Die Gesellschaft und vor allem auch die Wirtschaft diskutierten aber viel darüber. Sind es doch Themengebiete, die den Menschen wichtig sind und deutliche Auswirkungen auf Fortschritt und Entwicklung haben.

Digitale Transformation bedeutet für Unternehmen, dass sich Geschäftsmodelle, Prozesse, Mechaniken und Technologien im Arbeitsalltag verändern – und in der Folge auch die Aufgaben der Arbeitnehmer. Digitalisierung fordert Qualifizierung – die Mitarbeiter müssen sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen. Dabei sollten Arbeitgeber insbesondere auch dem Thema Arbeitssicherheit Beachtung schenken. Denn wo sich die Gegebenheiten stetig verändern und erweitern, Technik und Mechanik immer massiver Einzug halten und die Anforderungen des Gesetzgebers sowie der Berufsgenossenschaften richtigerweise strikter und umfangreicher werden, da bedarf es verständlicher, regelmäßiger und nachhaltiger Erläuterungen und Unterweisungen. Und das nicht erst in der heutigen Zeit.

Veränderung gab es schließlich schon immer: „Wo simmer denn dran? Aha, heute krieje mer de Dampfmaschin. Also, wat is en Dampfmaschin? Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später.” Und mit Dampfmaschinen, da kennen wir uns ja seit jeher aus. Schließlich prüfen die Technik-Experten von TÜV Rheinland die Sicherheit von Dampfkesseln bereits seit 1872. Dat krieje ich vielleicht noch später.

Veränderung gab es schon immer:

“Wo simmer denn dran? Aha, heute krieje mer de Dampfmaschin. Also, wat is en Dampfmaschin? Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später.”

Sicherheit hat Priorität

Auf keinen Fall später sollte die Unterweisung zum sicheren Umgang mit Arbeitsmaterialien am Arbeitsplatz und zur gefahrensensiblen Ausführung der jeweiligen Tätigkeiten erfolgen. Zur Absicherung des Mitarbeiters und damit auch der Unternehmenswerte. Denn so mancher „wenzige Schlock“ – beispielsweise – kann große Auswirkungen haben. Und findet in vielen Unterweisungen gar keine Berücksichtigung. Die eindringliche Vermittlung der gültigen gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien ist im stressigen Arbeitsalltag oft nicht so deutlich im Fokus wie gefordert. Mit der Folge, dass bei kurzen Transportwegen auch gern mal die korrekte Sicherung des Objekts fehlt. Und schon sieht man dann dazu interessante Videos auf YouTube. Vielleicht ein wenig lustig, wenn man sieht, wie in der Folge etliche umfallende Kisten Kölsch eine kleine Flutwelle erzeugen – manchmal schon etwas traurig, wenn Gleiches in einer Altbier-Brauerei passiert. Regionale Schadenfreude? Endlose Verbreitung infolge der Digitalisierung? Auf beides werden die Beteiligten sicher gerne verzichten.

Orts- und zeitunabhängige Unterweisung

Dem entgegenzuwirken, klar zu sensibilisieren und Konflikte bei der Einbindung in den Arbeitsalltag möglichst gering zu halten, ist sicherlich die größte Herausforderung. Form und Vermittlung sind entscheidend für den Erfolg. „Wat ne Kolben is, dat kemma nit expliziere, dat steht im Buch. Et steht überhaupt alles im Buch, wat ich sach. Bloß nich so schön.” Wenn dann aber die Zeit fehlt, alles durch den Verantwortlichen „schön expliziere zu lasse“, dann entstehen Herausforderungen bei der nachhaltigen Vermittlung.

Die Unterweisung beansprucht Zeit, die aufgrund der erforderlichen Vorbereitung, Koordination, Durchführung und Neuorganisation durch Krankheits- und Urlaubsabwesenheiten Ressourcen bindet und damit die Produktivität hemmt. Wäre es da nicht ein Vorteil, wenn die mindestens jährliche Durchführung der Unterweisung für Unternehmen und ihre zuständigen Führungskräfte und die Fachkraft für Arbeitssicherheit organisiert wird? Selbstgesteuert sowie orts- und zeitunabhängig durch ein System und den einzelnen Mitarbeiter? Ausgerichtet am individuellen Zeitmanagement des Einzelnen sowie dem jeweiligen Tätigkeitsfeld? Und dazu noch auditsicher?

Das geht: Ein Beispiel ist das TÜV Rheinland occupational Health and Safety eXpert System, kurz TEOX. Mit dem Online-Unterweisungsmanagementsystem für Arbeitsschutz werden Mitarbeiter ihrem Tätigkeitsfeld entsprechend online unterwiesen. Und das proaktiv, individuell durch selbsttätiges Erarbeiten und aktive Wissensanwendung. Schließlich ist selbst angewendetes Wissen für uns am ehesten verständlich und nachvollziehbar. Auch bisher nicht bekannte Informationen werden so nachhaltig verankert.

prüft TÜV Rheinland die Sicherheit von Dampfkesseln

Online neue Wege der Wissensvermittlung erschließen

Das zeigt an einem einfachen Beispiel: Digitalisierung kann nicht nur unternehmerischen Fortschritt bedeuten, auch in der effizienten und effektiven Vermittlung von notwendigen Kompetenzen ermöglicht sie neue Wege. Egal ob in modernen oder traditionellen Bereichen. Und dass Tradition in der Moderne noch sehr präsent ist, wird man daran erkennen, dass viele die im Text eingefügten Zitate einem Film-Klassiker zuordnen können, der an den anstehenden kühler und kürzer werdenden Tagen wieder des Öfteren mit dem gleichnamigen Getränk gesellig konsumiert werden wird.

Arbeitssicherheitsunterweisung

Und dank Arbeitssicherheitsunterweisung wissen wir: Erst nach Feierabend genießen und „Vorsicht, jeder nur einen wenzigen Schlock, sonst steigt er in den Kopf.” Und dabei kann man dann ja auch über die Ergebnisse der Bundestagswahl diskutieren. Da hilft vielleicht auch ein mehr oder weniger wenziger Schlock zur Verdauung und der Kreis schließt sich.

Autor des Beitrags

Arne Gels

Arne Gels

Head of Sales Digital Learning

Arne Gels – Expert Consultant, Head of Sales Digital Learning – TÜV Rheinland Akademie GmbH. Arne Gels setzt sich bei der TÜV Rheinland Akademie als Fachbereichsleiter für das Thema digitale Bildung ein. Der gelernte Werbekaufmann und Jurist, dessen Unternehmen Zone 2 Connect im Mai 2015 durch TÜV Rheinland übernommen wurde, hat selbst erfahren, dass lebenslanges Lernen Realität und Zukunft ist und dass Weiterentwicklung immer stark von Motivation getrieben wird. Daher befasst er sich intensiv mit der didaktischen Komponente von innovativen Lernstrategien und -lösungen. Die Motivation über Spielmechanismen im Rahmen von hochinteraktiven Web-Based Trainings; digitalen Lernwelten, Serious Games, Game-Based-Learning und Gamification zu wecken, steht dabei besonders im Fokus. Auch privat setzt der überzeugte Wahl-Düsseldorfer auf Aktivität und Motivation. Ob beim Radfahren, Laufen, Wandern, Fußball- oder Golf spielen – Herausforderungen finden sich überall. Ganz nach dem Motto: Challenge accepted – das Spiel beginnt.

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