Wenn heute von Künstlicher Intelligenz die Rede ist, klingt das oft wie Zukunftsmusik. Dabei ist KI im Business schon viel häufiger im Einsatz, als viele glauben. Auch TÜV Rheinland nutzt jetzt verstärkt Algorithmen-gesteuerte Software – für die Übersetzung von Schulungsinhalten in bis zu 38 Sprachen.

KI-gestützte Video-Produktion

David Beckham hat´s gemacht, unser Bereichsvorstand Markus Dohm, und ganz sicher werden weitere Expertinnen und Experten von TÜV Rheinland folgen: Sie übermitteln Video-Botschaften und Inhalte fließend in mehreren Sprachen – überzeugend, mit perfektem Akzent und authentischen Lippenbewegungen. All das schaffen sie ohne Simultandolmetscher und Headset.

Wie ist das möglich? Das Erfolgsgeheimnis ist eine Anwendung des Londoner Startups Synthesia, der zu den führenden Anbietern für die KI-gestützte Produktion von Videos zählt. Die innovative Anwendung des Unternehmens ist in der Lage, Videos in mehrere Sprachen zu übersetzen und die Lippenbewegungen der Sprecher*innen automatisiert anzupassen. Somit können diese ihre Zuschauer*innen direkt in deren Muttersprache ansprechen.

Digitale Trainingsangebote – global verfügbar

Angesichts der vielversprechenden Ergebnisse und Perspektiven haben TÜV Rheinland und Synthesia jetzt eine Kooperation begründet, die für beide eine Win-Win-Situation darstellt. Internationalen Kunden erhalten individualisierte Videos aus unserem umfangreichen digitalen Trainingsangebot direkt in ihrer Unternehmenssprache. So können sie noch stärker von der Expertise unserer Fachleute profitieren.

 

Wir bei TÜV Rheinland sind überzeugt: KI-unterstützte Lerninhalte werden in naher Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen – ob in der Weiterbildung eigener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder im Bereich skalierbarer Schulungsangebote für Unternehmen. Damit tragen wir auch der gar nicht so neuen Erkenntnis Rechnung, dass sich Lernende Bilder und vor allem bewegte Bilder viel besser merken als Texte bzw. Bleiwüsten. Etwa 83 Prozent aller Informationen nehmen wir allein über die Augen wahr.

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aller Infos nehmen wir über die Augen wahr

Kosteneffizient und Pandemie-resistent

Ganz nebenbei löst die Kooperation zwischen TÜV Rheinland und Synthesia auch ein immer drängenderes Problem, das alle international aktiven Player kennen, die ihr Kompetenzmanagement weltweit nach den gleichen Standards betreiben möchten: Klassische Videoproduktionen mit zahlreichen muttersprachlichen Expert*innen sind kostenintensiv und erfordern einen hohen Aufwand, der sich im operativen Alltag kaum amortisiert. Die praktische Umsetzung ist zudem durch Covid-19 nicht einfacher geworden. Per Automatisierungssoftware lassen sich Videos zu einem Bruchteil der Kosten internationalisieren – und das unter gefahrloser Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften.

KI-Sprache

Gamechanger – kein Fake

Der Gedanke liegt nahe: Vergleichbare Software kann auch zu manipulativen oder kriminellen Zwecken eingesetzt werden. Stichwort „Deepfake“: Dieser Begriff setzt sich aus den Wörtern „Deep Learning“ und „Fake“ zusammen und bezeichnet ein gefälschtes Medium, das mit Hilfe von Deep Learning-Algorithmen, also Künstlicher Intelligenz, erzeugt wurde. Das Verfahren besteht aus zwei neuronalen Netzen: Das eine lernt, neue Medien zu erstellen, das andere wird darauf trainiert, die Ergebnisse von den echten Daten zu unterscheiden. Ziel ist es immer, ein verändertes, täuschend echtes Medium zu erzeugen. In Hollywood ist der Einsatz der Technologie längst gang und gäbe. In dem Science-Fiction-Thriller „Gemini Man“ etwa ermöglichten Algorithmen eine 23-jährige Version von Will Smith.

Verantwortungsvolle Nutzung der neuen Technologie

Da die KI-gestützte Video-Software nun auch im Business-Alltag Einzug hält, kommt es auf eine verantwortungsvolle Nutzung an. TÜV Rheinland setzt die Technologie ausschließlich ein, um seine Trainings und Medien in andere Sprachen zu übertragen und so den internationalen Know-how-Transfer zu optimieren. Sämtliche beteiligten Personen erklären sich vor dem Videodreh mit dem Verfahren einverstanden und spielen im Qualitätssicherungsprozess bis zur finalen Freigabe eine zentrale Rolle. Wir legen Wert darauf, dass sämtliche Inhalte in allen Sprachen identisch sind, denn nur so kann der Wissenstransfer nahtlos gewährleistet werden. Die Möglichkeiten der Technologie werden somit bestmöglich eingesetzt, ohne ethische Grenzen zu überschreiten.

Autor des Beitrags

PHILLIP MEYERS

PHILLIP MEYERS

HEAD OF INNOVATION ACADEMY & LIFE CARE

Phillip Meyers leitet das Innovationsteam des Geschäftsbereichs Academy & Life Care und ist zudem im internationalen Management der TÜV Rheinland Akademie tätig. Einen Konzern mit viel Historie, wie den TÜV Rheinland, weiter zu internationalisieren und dabei innovative Wege zu gehen reizt ihn jeden Tag aufs Neue. Die vielen Kontakte die er über die Jahre zu den globalen Kollegen aufgebaut hat sind für ihn dabei die Basis diese großen Potentiale zu heben. Seine Freizeit genießt er am liebsten mit seiner Familie und Freunden in seiner Heimat, dem Rheinland.

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Kommentare

1 Kommentar

  1. Avatar

    Für solche Fälle natürlich äußerst praktisch.

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